„Schon gut, vielleicht war es gerade so richtig ...“ murmelte Stawrogin nachdenklich. „Nur schicken Sie mir keine Briefe mehr.“

„Diesmal ging’s nicht anders, und es war ja nur ein einziger.“

„So weiß Liputin davon?“

„Es war nicht anders möglich. Aber Sie wissen ja selbst, daß Liputin nichts darf ... Übrigens müßte man einmal wieder zu den unsrigen gehen, – das heißt zu jenen da, nicht zu den Unsrigen, kreiden Sie es mir nur nicht gleich wieder an. Beunruhigen Sie sich nicht: es braucht ja nicht gleich zu sein – irgend wann einmal. Augenblicklich regnet es. Ich werde es denen dann sagen und sie können sich versammeln – wir gehen dann am Abend hin. Da sitzen sie nun mit offenen Mäulern, wie die jungen Waldraben im Nest, und warten gespannt darauf, was für einen Bissen wir ihnen gebracht haben – kratzen Bücher hervor und fangen gar an zu streiten. Wirginski ist Allmensch, Liputin Fourierist mit starker Neigung zu Polizeimethoden. Ein Mensch, sag ich Ihnen, der in einer Beziehung kostbar ist, aber in den meisten anderen Beziehungen streng angefaßt werden muß. Und der dritte, der mit den trauernden Ohren, trägt gar ein eigenes System vor. Beleidigt sind sie übrigens alle: weil ich mich so wenig um sie kümmere und sie ein bißchen kaltgestellt habe, haha! Aber hingehen muß man zu ihnen.“

„Sie haben mich jenen wohl als so eine Art Führer vorgestellt?“ fragte Stawrogin so nachlässig wie möglich.

Pjotr Stepanowitsch sah ihn blitzschnell an. Dann ging er schnell auf ein anderes Thema über und tat so, als hätte er die Frage ganz überhört: „Übrigens bin ich täglich zwei- bis dreimal zu Warwara Petrowna gekommen und war gezwungen, viel zu sprechen ...“

„Kann mir denken.“

„Nein, denken Sie nicht das! Ich habe einfach nur versichert, daß Sie Schatoff nicht totschlagen würden – und so ähnliche süße Sachen. Aber stellen Sie sich vor: gleich am anderen Tage hatte sie schon erfahren, daß Marja Timofejewna von mir über den Fluß geschafft worden war – haben Sie ihr das gesagt?“

„Nicht daran gedacht.“

„Wußt ich’s doch, daß nicht Sie ... Aber wer außer Ihnen hätte es ihr dann erzählen können?“