Pjotr Stepanowitsch lächelte, schlug sich mit dem Hut ans Knie, trat von einem Fuß auf den andern und sein Gesicht nahm wieder den alten Ausdruck an.

„Hier halten mich einige sogar für Ihren Nebenbuhler bei Lisaweta Nicolajewna, wie soll ich mich da nicht um mein Äußeres kümmern?“ sagte er lachend. „Übrigens, wer hinterbringt Ihnen denn das alles? Hm! Es ist schon Punkt acht; ich muß gehen. Habe zwar Warwara Petrowna versprochen, jetzt bei ihr vorzusprechen, werde das aber bleiben lassen. Sie aber – legen Sie sich mal hin, dann sind Sie morgen munterer. Draußen ist es stockdunkel und es regnet – übrigens, ich habe ja meine Droschke, denn in der Nacht ist es hier nicht ganz geheuer in den Straßen ... Doch ja, was ich noch sagen wollte: hier in der Umgegend treibt sich jetzt ein gewisser Fedjka herum, ein entsprungener Zuchthäusler aus Sibirien, und stellen Sie sich vor, er ist mein gewesener Leibeigener, den Papachen vor fünfzehn Jahren unter die Soldaten gesteckt hat, um Geld zu bekommen. Eine äußerst bemerkenswerte Persönlichkeit, dieser Fedjka.“

„Sie ... haben mit ihm gesprochen?“ fragte Stawrogin, indem er einmal kurz aufblickte.

„Ja. Vor mir versteckt er sich nicht. Er ist zu allem bereit, zu allem; für Geld, selbstredend, aber er hat auch Überzeugungen, so in seiner Art, versteht sich ... Ja, und noch etwas: wenn Sie vorhin wirklich im Ernst von dieser Absicht – Sie wissen schon, mit Lisaweta Nicolajewna, – so wiederhole ich nochmals, daß ich gleichfalls eine zu allem bereite Persönlichkeit bin, in jeder Beziehung, in welcher Sie nur wollen, und vollkommen zu Ihren Diensten stehe ... Was, Sie wollen –? Ach so, nein, nicht den Stock. Denken Sie sich, mir schien, daß Sie einen Stock suchten!“

Stawrogin suchte nichts und sagte auch nichts, aber er hatte sich allerdings seltsam plötzlich erhoben, mit einer eigentümlichen Bewegung im Gesicht.

„Und wenn Sie etwas in betreff dieses Herrn Gaganoff brauchen sollten,“ fügte Pjotr Stepanowitsch mit einemmal hinzu und wies dabei mit dem Kopf schon ganz ungeniert auf den Brief und den Umschlag unter dem Briefbeschwerer, „so kann ich natürlich auch da alles ordnen, und ich bin überzeugt, daß Sie mich nicht umgehen werden.“

Und ohne eine Antwort abzuwarten, drehte er sich um und verließ das Zimmer – doch bevor er die Tür hinter sich schloß, steckte er noch einmal den Kopf herein:

„Ich bin nur deshalb so ...“ rief er schnell, „... weil doch beispielsweise auch Schatoff nicht das Recht hatte, damals am Sonntag sein Leben zu riskieren, als er zu Ihnen trat – nicht wahr? Ich möchte wünschen, daß Sie dieses nicht vergäßen.“

Und ohne eine Antwort abzuwarten, verschwand er.

IV.