Schatoff schlug das Fenster zu, kam nach unten und öffnete die Pforte.
Stawrogin trat über die hohe Schwelle und ging stumm an ihm vorüber in den Flügel zu Kirilloff.
V.
Hier war alles unverschlossen. Der Flur und die beiden ersten Zimmer waren dunkel, doch im dritten, in dem Kirilloff wohnte, war es hell, und dort hörte man Lachen und dazwischen ein seltsames frohes Gequiek.
Stawrogin ging auf das Licht zu, blieb aber vor der offenen Tür stehen, ohne zunächst einzutreten.
Der Teetisch war gedeckt. Mitten im Zimmer stand die Alte, die das Haus beaufsichtigte, in einem Unterrock, in Schuhen, doch ohne Strümpfe, und in einer ärmellosen Pelzjacke aus Hasenfell. Sie trug ein anderthalbjähriges Kindchen mit fast weißen Locken, nur mit einem kurzen Hemdchen bekleidet, mit bloßen, dicken Beinchen und erhitztem, pausbackigem Gesichtchen, auf dem Arm. Offenbar hatte sie es soeben aus der Wiege genommen. Das Kindchen mochte noch vor kurzem geweint haben, denn noch standen dicke Tränen unter seinen Augen, doch war es in diesem Augenblicke froh und lustig, reckte seine Ärmchen und lachte, wie so kleine Kinder zu lachen pflegen: mit juchzenden, schluchzenden Nebentönen.
Vor dem Kindchen spielte Kirilloff mit einem großen roten Gummiball: er warf ihn kräftig auf die Diele, so daß er bis an die Decke sprang, wieder fiel und wieder sprang, während das Kindchen dazu überselig sein „Ba! ... Ba! ...“ rief. Kirilloff fing darauf den „Ba“ auf und gab ihn dem Kindchen, das dann natürlich den „Ba“ wieder gleich mit seinen eigenen, ungeschickten Händchen fortwarf, während Kirilloff ihm nachlief, um ihn aufzuheben. Zum Schluß rollte der „Ba“ unter den Schrank. Kirilloff aber streckte sich sofort längelang auf dem Fußboden aus, um ihn mit der Hand wieder hervorzuholen.
In diesem Augenblick trat Stawrogin ins Zimmer.
Das Kind, das ihn zuerst erblickte, warf sich erschreckt an den Hals der Alten und begann laut ein langgezogenes, eintöniges Kinderweinen, so daß die Alte es sofort hinausbrachte.