„Und wenn jemand vor Hunger stirbt, oder wenn jemand ein kleines Mädchen entehrt und schändet – ist das auch gut?“
„Auch gut. Und wenn man ihm für das Mädchen den Kopf zerspaltet, auch das ist gut. Und wenn man ihm den Kopf nicht zerspaltet, auch das ist gut. Alles ist gut, alles. Für alle die ist es gut, die da wissen, daß – alles gut ist. Wenn sie wüßten, daß sie es gut haben, dann würden sie es auch gut haben. Aber so lange sie nicht wissen, daß sie es gut haben, so lange werden sie es auch nicht gut haben. Das ist der ganze Gedanke, der ganze, und außer ihm gibt es überhaupt gar keinen.“
„Wann haben Sie es denn erfahren, daß Sie so glücklich sind?“
„In der vorigen Woche am Dienstag, nein, am Mittwoch, denn es war schon Mittwoch. In der Nacht.“
„Und bei welcher Gelegenheit denn?“
„Ich weiß nicht mehr. So. Ich ging im Zimmer ... Einerlei. Ich brachte die Uhr zum Stehen. Es war siebenunddreißig Minuten nach zwei.“
„Wohl zum Symbol dessen, daß die Zeit stehen bleiben muß?“
Kirilloff schwieg.
„Die Menschen sind nicht gut,“ begann er plötzlich wieder, „weil sie nicht wissen, daß sie gut sind. Wenn sie es wissen werden, so werden sie auch nicht mehr ein kleines Mädchen vergewaltigen. Sie müssen nur alle erfahren, daß sie gut sind, und alle werden sogleich gut sein. Alle ohne Ausnahme.“
„Nun, Sie selbst, zum Beispiel, Sie haben es nun erfahren, also sind Sie jetzt gut?“