„Ich glaube, Sie sind sehr glücklich, Kirilloff?“

„Ja, sehr glücklich,“ antwortete dieser, als gäbe er die allergewöhnlichste Antwort.

„Aber noch vor kurzem waren Sie doch so betrübt und ärgerten sich über Liputin.“

„Hm! ... Aber jetzt nicht. Damals wußte ich noch nicht, daß ich glücklich war. Haben Sie ein Blatt gesehn? Ein Blatt vom Baum?“

„Freilich.“

„Ich sah vor kurzem ein gelbes, etwas grün noch, an den Rändern angefault. Es kam mit dem Wind. Als ich zehn Jahre war, schloß ich im Winter die Augen und stellte mir ein Blatt vor, ein grünes, glänzendes, mit Äderchen, und die Sonne leuchtet. Ich schlug die Augen auf und glaubte nicht, denn es war so schön, und schloß sie wieder.“

„Was soll das? Eine Allegorie?“

„N–nein ... warum? Keine Allegorie. Einfach ein Blatt. Nur ein Blatt. Ein Blatt ist gut. Alles ist gut.“

„Alles?“

„Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, daß er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer es erfährt, der wird sofort gleich glücklich sein, im selben Augenblick. Diese Schwiegertochter wird sterben, und das Kind bleibt – alles ist gut. Ich habe es plötzlich entdeckt.“