„So glauben Sie an ein zukünftiges ewiges Leben?“

„Nein, nicht an ein zukünftiges ewiges, sondern an ein diesseitiges ewiges. Es gibt Minuten, sie kommen zu den Minuten, und die Zeit bleibt plötzlich stehen und wird ewig sein.“

„Sie hoffen, zu so einer Minute zu kommen?“

„Ja.“

„Das ist in unserer Zeit wohl kaum möglich,“ meinte Stawrogin, gleichfalls ohne jede Spur von Ironie, langsam und wie in Gedanken verloren. „In der Apokalypse schwört der Engel, daß es keine Zeit mehr geben werde.“

„Ich weiß. Das ist dort sehr richtig. Ist deutlich und genau. Wenn der ganze Mensch das Glück erreicht, dann wird es keine Zeit mehr geben, weil sie nicht nötig ist. Ein sehr richtiger Gedanke.“

„Wo wird man sie denn hinstecken?“

„Nirgendwo wird man sie hinstecken. Zeit ist kein Gegenstand, sondern eine Idee. Sie wird auslöschen im Verstande.“

„Alte philosophische Gemeinplätze, immer ein und dieselben von allem Anfange an,“ murmelte Stawrogin wie mit einem gewissen angeekelten Bedauern.

„Ein und dieselben! Ja, immer ein und dieselben vom Anfang aller Jahrhunderte an und gar keine anderen niemals!“ griff Kirilloff mit blitzenden Augen Stawrogins Wort auf, ganz als läge in diesem Gedanken fast ein Triumph!