„Nehmen wir an, Sie waren auf dem Monde,“ unterbrach ihn Stawrogin, ohne Kirilloffs Worte zu beachten, und spann seinen eigenen Gedanken weiter. „Nehmen wir an, Sie haben dort oben alle diese lächerlichen Schmutzereien begangen. Sie wissen ganz genau, daß man Ihnen dort oben fluchen wird, tausend Jahre lang, ewig, auf dem ganzen Monde ... Aber Sie sind jetzt hier auf der Erde und sehen auf den Mond von hier aus: was geht es Sie dann hier auf der Erde an, was Sie dort oben alles getan haben – und daß die dort tausend Jahre lang bei Ihrem Namen ausspeien werden, – ist es nicht so?“
„Weiß nicht,“ antwortete Kirilloff. „Ich bin nicht auf dem Monde gewesen,“ fügte er hinzu, aber ohne jede Spur von Ironie, einfach als Ausdruck der Tatsache.
„Wessen Kind war das vorhin?“
„Die Schwiegermutter der Alten ist angekommen. Nein, Schwiegertochter ... einerlei. Vor drei Tagen. Liegt jetzt krank mit dem Kind. In der Nacht schreit es viel. Der Magen. Die Mutter schläft, und die Alte bringt es dann her. Ich spiele Ball mit ihm. Ein Hamburger Ball, hab’ ihn in Hamburg gekauft. Das stärkt den Rücken. Ein kleines Mädchen.“
„Sie lieben Kinder?“
„Ja,“ antwortete Kirilloff, übrigens ziemlich gleichmütig.
„Dann lieben Sie wohl auch das Leben?“
„Ja, auch das Leben. Wieso?“
„Wenn Sie doch beschlossen haben, sich zu erschießen.“
„Wieso denn? Warum zusammen? Das Leben für sich und jenes für sich. Leben ist, aber Tod ist überhaupt nicht.“