„Das ist ja Ihr eigener, gemeiner Ausdruck!“ lachte Schatoff höhnisch auf und setzte sich wieder. „‚Um eine Hasensauce zu machen, braucht man einen Hasen, und um an Gott zu glauben, muß erst Gott da sein.‘ Das sollen Sie in Petersburg gesagt haben, à la Nosdreff,[37] der den Hasen an den Hinterbeinen fangen wollte.“

„Nein, Nosdreff prahlte, er hätte ihn bereits gefangen. Übrigens, erlauben Sie eine Frage, zumal ich jetzt wohl das volle Recht dazu haben dürfte: Ist Ihr Hase eigentlich schon gefangen oder läuft er noch?“

„Unterstehen Sie sich nicht, mich mit solchen Worten zu fragen! Fragen Sie mit anderen, mit anderen!“ Schatoff zitterte plötzlich.

„Wie Sie wünschen. Also mit anderen.“ Stawrogin sah ihn mit hartem Blick an. „Ich wollte nur wissen: glauben Sie selbst an Gott, oder nicht?“

„Ich glaube an Rußland, ich glaube an seine Rechtgläubigkeit ... Ich glaube an den Leib Christi ... Ich glaube, daß die neue Wiederkunft in Rußland geschehen wird ... Ich glaube ...“ stammelte Schatoff wie in Verzückung.

„Aber an Gott? An Gott?“

„Ich ... ich werde glauben – an Gott.“

Kein einziger Muskel bewegte sich im Gesicht Stawrogins. Schatoff sah ihn glühend, mit Herausforderung an, ganz als hätte er ihn verbrennen wollen mit seinem Blick.

„Ich habe Ihnen doch nicht gesagt, daß ich überhaupt nicht glaube,“ rief er schließlich. „Ich gebe doch nur zu verstehen, daß ich ein unglückliches, langweiliges Buch bin und vorläufig nichts weiter, vorläufig ... Aber was liegt an mir! Es liegt ja alles bei Ihnen! Ich bin nur ein unbegabter Mensch und kann nur mein Blut hingeben und weiter nichts, wie jeder unbegabte Mensch. So mag denn mein Blut auch fließen! Ich spreche jetzt von Ihnen. Ich habe zwei Jahre hier auf Sie gewartet ... Nur um Ihretwillen tanze ich jetzt hier nackt vor Ihnen. Nur Sie ... Sie allein könnten die Fahne erheben! ...“

Er sprach nicht zu Ende und wie in Verzweiflung stützte er die Arme auf den Tisch und vergrub den Kopf in den Händen.