„Aber wenigstens Sie ärgern sich doch nicht über mich?“ fragte Stawrogin und hielt ihm die Hand hin.
„Nicht im geringsten!“ Kirilloff kehrte sofort zurück, um ihm die Hand zu drücken. „Wenn meine Bürde mir leicht ist, so ist es, weil das von Natur so ist, und wenn Ihre Bürde Ihnen vielleicht schwerer ist, so kommt das auch, weil die Natur so ist. Sehr zu schämen braucht man sich deshalb nicht, nur ein wenig.“
„Ich weiß, daß ich ein nichtiger Charakter bin, aber ich dränge mich ja auch nicht unter die Starken.“
„Tun Sie’s auch nicht. Sie sind kein starker Mensch. Kommen Sie wieder Tee trinken.“
Stawrogin trat verwirrt und erregt bei sich ein.
IV.
Alexei Jegorowitsch meldete ihm sofort, daß Warwara Petrowna, die sich über den Spazierritt Nicolai Wszewolodowitschs – den ersten nach acht Tagen Krankheit – sehr gefreut hatte, nun gleichfalls ausgefahren sei, „so wie früher alle Tage, um wieder einmal frische Luft zu atmen, dieweil sie es seit acht Tagen nicht mehr getan haben.“
„Ist sie allein gefahren oder mit Darja Pawlowna?“ unterbrach Stawrogin den alten Diener hastig und sein Gesicht verdüsterte sich sehr, als er hörte, daß Darja Pawlowna „krankheitshalber vorgezogen haben, nicht mitzufahren und sich augenblicklich in ihren Zimmern befinden“.
„Höre, Alter,“ sagte er, wie nach einem plötzlichen Entschluß, „paß auf sie heute den ganzen Tag auf, und wenn du bemerkst, daß sie zu mir kommen will, so halte sie zurück und sag ihr, daß ich sie nicht empfangen kann, wenigstens in diesen Tagen nicht ... daß ich sie selbst darum bitten lasse ... und wenn es Zeit sein wird, werde ich sie selbst rufen – hörst du?“
„Zu Befehl,“ sagte Alexei Jegorowitsch mit Kummer in der Stimme und senkte die Augen.