„Wie das – alte Weise? Sollen das Ratschläge sein? Die Fabrik ist doch gereinigt worden. Ich befahl es, und sie wurde gereinigt!“
„Und unter den Arbeitern ist derweil eine Empörung ausgebrochen. Übers Knie legen müßte man die Kerls, und die Sache wäre erledigt.“
„Eine Empörung? Das ist unmöglich! Ich habe doch den Befehl gegeben, und man hat die Fabrik gereinigt!“
„Ach, Andrei Antonowitsch, Sie sind wirklich ein weicher Mensch!“
„Ich? Nun – erstens bin ich durchaus nicht so furchtbar weich und zweitens ... –“ von Lembke ärgerte sich. Eigentlich sprach er mit dem jungen Mann gegen seinen Willen, doch die Neugier, ob dieser nicht etwas Besonderes sagen würde, war zu groß, um der Unterredung einen Schluß zu machen.
„A–ah! wieder eine alte Bekannte!“ unterbrach ihn Pjotr Stepanowitsch und zog unter einem Buch ein anderes Blatt hervor, eine augenscheinlich im Auslande gedruckte Proklamation, die aber in Versen abgefaßt war. „Na, die kenne ich ja auswendig: natürlich, das ist sie ja – die ‚helle Persönlichkeit‘! Habe diese Persönlichkeit schon im Auslande kennen gelernt. Wo haben Sie denn diese hervorgekratzt?“
„Sie sagen, Sie haben sie schon im Auslande gesehen?“ horchte Herr von Lembke auf.
„Na, das fehlte noch, daß ich sie nicht gesehen hätte! – vor vier oder fünf Monaten!“
„Was Sie im Auslande nicht alles gesehen haben!“ von Lembke besah ihn sich mißtrauisch.
Doch Pjotr Stepanowitsch beachtete die Bemerkung nicht, nahm das Blatt und las laut das folgende Gedicht: