„Stawrogin, wollen Sie Tee?“
„Sehr gern,“ antwortete dieser.
„Reiche Herrn Stawrogin ein Glas Tee,“ befahl sie der Schwester, „– und Sie?“ fragte sie Werchowenski.
„Selbstverständlich, nur her damit, wer fragt denn die Gäste noch danach? Und geben Sie auch Sahne diesmal, sonst wird ja hier immer solch eine Abscheulichkeit anstatt Tee gereicht – und dabei gibt’s heute noch ein ‚Geburtstagskind‘ im Hause!“
„Wie, auch Sie erkennen das ‚Geburtstagefeiern‘ an?“ fragte die Studentin auflachend. „Wir haben soeben darüber gesprochen.“
„Abgedroschen!“ bemerkte sogleich am anderen Tischende der Gymnasiast mit überlegener Miene.
„Was ist abgedroschen? Vorurteile vergessen ist durchaus nicht abgedroschen, und wenn es auch die unschuldigsten von der Welt sind, sondern ist, im Gegenteil, zur allgemeinen Schande noch heute neu,“ gab die Studentin sofort empfindlich zurück. „Und zudem gibt es überhaupt keine unschuldigen Vorurteile,“ fügte sie geradezu erbittert hinzu.
„Ich wollte nur bemerken,“ regte sich der Gymnasiast furchtbar auf, „daß Vorurteile, wenn sie auch eine alte Sache sind, und man sie ausrotten muß ... was aber Namenstag- und Geburtstagfeiern anbetrifft ... so wissen schon alle längst, daß das Dummheiten sind und das Gerede darüber viel zu alt und abgedroschen ist, um darauf noch die kostbare Zeit zu vergeuden, die ohnehin schon von aller Welt vergeudet worden ist, so daß man seine Worte lieber einem bedürftigeren ...“
„Was ist das für ein Satz! Ich kann nichts verstehen!“ unterbrach ihn die Studentin.
„Ich glaube, daß ein jeder gleich anderen das Recht des Wortes hat, und wenn ich meine Meinung sagen will, wie jeder andere, so ...“