„Ihnen nimmt niemand das Recht des Wortes,“ unterbrach ihn die Hausfrau, „Sie sind nur gebeten worden, nicht so undeutlich zu sprechen, denn so kann Sie ja kein Mensch verstehen.“

„Aber, erlauben Sie mir, zu bemerken, daß Sie mich gar nicht achten: wenn ich vorhin meinen Gedanken nicht zu Ende sprechen konnte, so kam das nicht daher, daß ich keinen Gedanken hatte, sondern eher vom Überfluß von Gedanken ...“ stotterte der Gymnasiast fast verzweifelt und verwickelte sich endgültig.

„Wenn Sie nicht zu sprechen verstehen, so schweigen Sie lieber,“ platzte die Studentin heraus.

Der Gymnasiast sprang jetzt sogar vom Stuhl auf.

„Ich wollte nur sagen,“ rief er laut und brennend rot vor Schande, doch fürchtete er sich, jemanden anzusehen, „daß Sie sich nur deswegen mit Ihrem Verstande breitmachen wollen, weil Herr Stawrogin gekommen ist – da haben Sie’s!“

„Ihr Gedanke ist schmutzig und unsittlich und beweist nur die ganze Nichtigkeit Ihrer geistigen Entwickelung. Ich bitte Sie, sich weiter nicht an mich zu wenden!“ knatterte sofort die Antwort der Studentin.

„Stawrogin,“ begann die Hausfrau, „bevor Sie kamen, regten sie sich hier über Familienrechte auf – besonders der Herr Major,“ sie wies auf ihren Verwandten. „Aber ich werde Sie mit diesen alten Streitfragen, die doch schon längst erledigt sind, nicht weiter belästigen. Ich frage mich nur, woher sind nun diese Rechte und Pflichten der Familie gekommen, ich meine, im Sinne dieses Vorurteils, wie es jetzt besteht? Das ist die Frage. Was meinen Sie?“

„Wieso – woher gekommen?“ fragte Stawrogin zurück.

„Das heißt, wir wissen zum Beispiel, daß das Vorurteil, daß es einen Gott geben müsse, durch den Donner und Blitz hervorgerufen worden ist,“ ereiferte sich sofort wieder die Studentin, die mit den Augen förmlich auf Stawrogin lossprang. „Man weiß jetzt ganz genau, daß die Urmenschen, die sich vor Donner und Blitz fürchteten, den unsichtbaren Feind zum Gott erhoben, da sie ihre eigene Machtlosigkeit vor ihm fühlten. Aber wie ist nun das Vorurteil der Familie entstanden? Und wie ist überhaupt die Familie entstanden?“

„Das ist doch wohl nicht dasselbe ...“ versuchte die Hausfrau einzuwenden.