„Man verliert bloß die goldene Zeit, wenn man so leerem Geschwätz zuhört,“ sagte die Hausfrau und blickte ihren Mann bedeutsam an.
Die Studentin raffte sich auf.
„Ich wollte der Versammlung von den Leiden und dem Protest der Studenten Mitteilung machen, und da die Zeit über unmoralischen Gesprächen vergeudet wird ...“
„Es gibt überhaupt weder Moralisches noch Unmoralisches!“ fiel ihr der Gymnasiast sogleich ins Wort, kaum daß er sah, daß die Studentin mit einer Rede beginnen wollte.
„Das habe ich, mein Herr Gymnasiast, schon viel früher gewußt, als Sie das aufgeschnappt haben!“
„Und ich behaupte,“ raste der Gymnasiast geradezu, „Sie sind – ein aus Petersburg angekommenes Kind, das uns bilden will! Daß das vierte Gebot, das Sie nicht einmal richtig aufzusagen verstanden, unmoralisch ist, das weiß schon seit Belinski ganz Rußland!“
„Wird das jemals ein Ende nehmen?“ fragte Frau Wirginskaja gereizt ihren Mann.
Als Hausfrau errötete sie wegen der nichtigen Gespräche, besonders nachdem sie einige fragende Blicke der Gäste untereinander bemerkt hatte.
„Meine Herren!“ Wirginski erhob plötzlich die Stimme, „falls jemand von Ihnen etwas, was mehr zur Sache paßt, zu sagen hat, so bitte ich, ohne Zeitverlust damit beginnen zu wollen.“
„Gestatten Sie mir eine Frage,“ sagte plötzlich der lahme Lehrer, der bis dahin nur geschwiegen und sehr zurückhaltend dagesessen hatte, „ich würde doch gern wissen, ob wir hier eine Sitzung halten sollen, oder ob wir uns wie gewöhnliche Sterbliche zu einer Geburtstagsfeier versammelt haben? Ich frage es mehr der Ordnung wegen.“