„Selbstverständlich zeige ich nicht an!“ schrie noch zweimal lauter der Lahme.

„Und keiner wird anzeigen, kein einziger! ... Ist doch wirklich lächerlich! ... so etwas! ...“ ertönten mehrere Stimmen.

„Gestatten Sie, daß ich mich jetzt an Sie wende, Herr Major: würden Sie anzeigen, ja oder nein?“ fuhr Werchowenski fort. „Bitte zu beachten, daß ich mich absichtlich an Sie wende.“

„Ich zeige nicht an.“

„Nun, aber wenn Sie wüßten, daß irgend jemand einen anderen erschlagen und berauben will, einen gewöhnlichen Sterblichen, so würden Sie es doch melden, nicht wahr?“

„Natürlich, aber das wäre doch ein ziviler Fall, hier aber handelt es sich um eine politische Anzeige. Bin kein Agent der Geheimpolizei.“

„Ja aber, das ist hier doch keiner!“ hörte man wieder ein paar Stimmen. „Unnütze Frage. Alle haben dieselbe Antwort. Hier gibt es doch keine Verräter!“

„Warum steht dieser Herr dort auf?“ rief plötzlich die Studentin.

„Das ist Schatoff! Warum sind Sie aufgestanden, Schatoff?“ rief die Hausfrau erregt.

Schatoff hatte sich tatsächlich erhoben, stand, die Mütze in der Hand, und sah auf Werchowenski. Es war, als wolle er ihm etwas sagen, doch schien er noch unentschlossen zu sein. Sein Gesicht war blaß und zornig, aber er bezwang sich, sagte kein Wort und verließ stumm das Zimmer.