„Hören Sie,“ Werchowenski beugte sich zu seinem Ohr, „ich mache es Ihnen ohne Geld, morgen beende ich es mit Marja Timofejewna ... ohne Geld, und morgen noch bringe ich Ihnen Lisa. Wollen Sie Lisa, morgen noch?“
„Sollte er wirklich verrückt geworden sein?“ fragte sich Stawrogin und lächelte. Die Tür öffnete sich.
„Stawrogin, ist Amerika unser?“ Werchowenski ergriff zum letztenmal seine Hand.
„Wozu?“ fragte Stawrogin ernst und streng.
„Keine Lust also! – das konnte ich mir ja denken!“ stieß Pjotr Stepanowitsch in einem wahren Wutanfall hervor. „Aber das lügen Sie ja, Sie erbärmlicher, ausschweifender, brüchiger Herrensohn, ich weiß es besser: Sie haben sogar einen Wolfshunger danach! ... Begreifen Sie doch, daß Ihre Rechnung jetzt schon viel zu groß ist! Und ich kann doch nicht auf Sie verzichten! Es gibt keinen anderen auf der Welt als nur Sie! Ich habe Sie mir schon im Auslande ausgedacht; hab’s getan, indem ich Sie sah. Hätte ich Sie nicht mit Augen gesehn, aus meiner Ecke, mir wäre auch nichts in den Sinn gekommen! ...“
Stawrogin stieg, ohne zu antworten, die Stufen hinan.
„Stawrogin!“ rief ihm Werchowenski nach, „– ich gebe Ihnen noch einen Tag Bedenkzeit ... nun, zwei ... nun, meinethalben drei! ... Mehr als drei kann ich nicht, dann aber – Ihre Antwort!“
Vierzehntes Kapitel.
Wie Stepan Trophimowitsch beschlagnahmt wurde
Inzwischen geschah bei uns etwas, das mich zunächst nur in Erstaunen versetzte, Stepan Trophimowitsch aber erschütterte.
Eines Morgens, noch vor acht Uhr, kam Nastassja, Stepan Trophimowitschs Mädchen, atemlos zu mir gelaufen, mit der Nachricht, ihr Herr sei „beschlagnahmt“ worden. Anfangs konnte ich aus ihren Reden überhaupt nicht klug werden, doch schließlich erfuhr ich immerhin, daß Beamte in der Frühe zu ihm gekommen waren und Papiere beschlagnahmt hatten; diese hatte dann ein Soldat „zu einem Bündel zusammengebunden und auf einer Schiebkarre weggeschleppt.“