„Auf dem Fest? Das Fest wird nicht stattfinden! Ich untersage euer Fest! Kollegs? Kollegs?“ rief Lembke wie toll.
„Ich würde Sie sehr bitten, ein wenig höflicher mit mir zu sprechen, Exzellenz, und mich nicht anzuschreien wie einen Schuljungen.“
„Sie ... vielleicht begreifen Sie, mit wem Sie sprechen?“ fragte plötzlich von Lembke errötend.
„Ich beschütze mit meiner Person die Gesellschaft, Sie aber wollen sie zerstören! ... Sie ... Übrigens, ich erinnere mich jetzt ..., waren Sie nicht Hauslehrer bei der Generalin Stawrogina?“
„Ja, ich war ... Hauslehrer bei der Generalin Stawrogina.“
„Und im Laufe von zwanzig Jahren sind Sie das Treibbeet alles dessen gewesen, was jetzt ausgebrochen ist ... alle Früchte ... Ich glaube, ich habe Sie soeben auf dem Platz gesehen. Hüten Sie sich, mein Herr, hüten Sie sich! Ihre Gedankenrichtung ist bekannt! Seien Sie überzeugt, daß ich das nicht aus dem Auge lasse! Ich kann Ihre Kollegs nicht gestatten, mein Herr, ich kann nicht! Mit solchen Bitten wenden Sie sich nicht an mich.“
Und von Lembke wollte wieder in sein Arbeitszimmer treten.
„Ich wiederhole, daß Sie sich täuschen, Exzellenz: es ist Ihre Frau Gemahlin, die mich gebeten hat – nicht ein Kolleg zu lesen, sondern morgen auf dem Fest etwas Literarisches vorzutragen. Doch jetzt werde ich mich selbst davon zurückziehen. Meine untertänigste Bitte ist nur, mir, falls möglich, zu erklären: warum man heute bei mir eine Haussuchung vorgenommen hat? Man hat mir einige Bücher und Papiere genommen, mir teure Privatbriefe, und auf einer Schiebkarre durch die Stadt ...“
„Wer hat das getan?“ fuhr Lembke, plötzlich ganz zur Besinnung kommend, auf und wandte sich hastig zum Polizeimeister.