Seine Exzellenz fuhr fort, ihn anzusehen, doch übrigens mit einem ziemlich stumpfen Blick.
„Sie wünschen?“ fragte er mit dem bekannten Lakonismus der höheren Vorgesetzten, launisch, ungeduldig sein Ohr zu Stepan Trophimowitsch wendend, den er wohl für einen gewöhnlichen Bittsteller nahm.
„Ein Beamter hat heute im Namen Eurer Exzellenz eine Haussuchung bei mir vorgenommen: ich wünschte ...“
„Der Name, der Name?“ fragte von Lembke ungeduldig, als ob ihm plötzlich etwas einfiel.
Stepan Trophimowitsch nannte zum zweitenmal und noch würdevoller seinen Namen.
„A–a–ah! Das ist ... das ist dieses Freidenkernest ... Mein Herr, Sie haben sich in einer solchen Weise ... Sie sind Professor? Professor?“
„Ich hatte früher einmal die Ehre, der Jugend einige Kollegs zu lesen, an der ...schen Universität.“
„Der Ju–gend?“ von Lembke schrak sichtlich zusammen, wenn er auch – darauf könnte ich wetten – kaum begriff, worum es sich hier handelte, noch mit wem er eigentlich sprach.
„Das, mein Herr, das lasse ich nicht zu!“ rief er plötzlich furchtbar erregt und aufgebracht. „Ich dulde keine Jugend! Das sind alles die Proklamationen. Das ist ein Angriff auf die Gesellschaft, mein Herr! Ein Angriff zur See! Ist Seeräuberei! Flibustjerismus! – Was wünschen Sie?“
„Im übrigen hat mich noch Ihre Frau Gemahlin gebeten, morgen auf dem Fest vorzulesen. Ich habe nicht die Absicht, hier um etwas zu bitten. Ich bin gekommen, um mein Recht zu verlangen ...“