„Also denn – mit Erlaubnis des verehrten Publikums ...“ Liputin verbeugte sich und wand sich mit demselben süßen Lächeln.
Aber es war doch, als könne er sich trotzdem nicht entschließen, und wie mir schien, war er merklich aufgeregt. Bei aller Frechheit, die solche Leute wie Liputin besitzen, werden sie manchmal doch unsicher. Übrigens wäre ein Seminarist von heute gewiß nicht unsicher geworden, aber Liputin gehörte ja schließlich doch noch zur alten Generation.
„Ich schicke voraus, oder vielmehr, ich habe die Ehre, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß dieses Gedicht keine Ode ist, wie sie früher zu Festen verfaßt wurden, sondern es ist sozusagen eher ein Scherz, jedoch unstreitig ein gefühlvoller, der überdies mit spielerischer Heiterkeit verbunden ist und dabei sozusagen die realste Wirklichkeit zum Gegenstande hat ...“
„Lesen! Lies doch! Nur los!“
Liputin faltete sein Papier auseinander. Natürlich kam niemand mehr dazu, den Vortrag zu verhindern. Zudem trug auch Liputin das Band eines Festordners an der Schulter, und so deklamierte er denn mit heller Stimme darauf los.
„Unserer einheimischen Gouvernante zum Gouvernantenfest von einem Dichter gewidmet:
Lebe hoch! o Gouvernante!
Freue dich und jubiliere,
Denn jetzt bleibst du nicht mehr Tante,
Oh, sei stolz und triumphiere!“