Als sie mich eintreten sah, rief sie mit blitzenden Augen:

„Da! fragen Sie ihn, er ist die ganze Zeit nicht von mir gewichen, ganz wie der Fürst! Und Sie, – erklären Sie ihm doch bitte, daß dieser ganze Skandal nichts als eine Verschwörung gegen mich und Andrei Antonowitsch war! Oh, die hatten sich alle verschworen! Sie hatten einen gemeinsamen Plan! Es war alles im voraus darauf abgesehen!“ ...

„Sie irren sich, wie immer! Stets ein Poem im Kopf! Ich bin übrigens froh, den Herrn ...“ er tat, als habe er meinen Namen vergessen ... „er wird uns seine Meinung sagen.“

„Ich bin ganz der Ansicht Julija Michailownas,“ beeilte ich mich zu erklären. „Daß eine Verabredung vorlag, das sah man doch nur zu deutlich. Ich bringe Ihnen im übrigen hier meine Bänder, Julija Michailowna. Ob der Ball zustande kommt oder nicht, das ist natürlich nicht meine Sache. Doch meine Rolle als Anordner ist zu Ende. Entschuldigen Sie, aber ich kann nicht gegen meine Überzeugung handeln und – gegen allen gesunden Menschenverstand.“

„Hören Sie, hören Sie!“ rief sie und schlug die Hände zusammen.

„Ich höre ja schon ... Aber was ich noch sagen wollte,“ wandte sich Pjotr Stepanowitsch zu mir, „ich bin jetzt überzeugt, daß alle irgend etwas gegessen haben müssen, wovon sie krank geworden sind. Meiner Meinung nach ist nichts geschehen, nichts, was nicht auch früher schon bei solchen Festen fast immer geschehen ist. Was für eine Verabredung sollte denn das gewesen sein? Es sind da ein paar scheußliche Dummheiten passiert, aber was hat das mit einer Verschwörung zu tun? Das war nicht gegen Julija Michailowna persönlich, sondern höchstens gegen ihre Günstlinge und Schützlinge gerichtet! Julija Michailowna! Was habe ich Ihnen den ganzen Monat ununterbrochen vorgehalten? Wovor habe ich Sie gewarnt? Nun, sagen Sie mir doch: wozu, wozu brauchten Sie dieses ganze Volk da? – Wozu mit solch einem Pack sich abgeben? Warum und wozu war das nötig?“

„Wann haben Sie mich gewarnt? Im Gegenteil, Sie begünstigten das, Sie verlangten sogar ... Sie selbst haben mir allerhand sonderbare Menschen zugeführt!“

„Im Gegenteil, ich habe mich mit Ihnen wegen dieser Leute herumgestritten, aber nicht sie begünstigt und eingeführt! Jetzt soll ich es gewesen sein, der dieses Pack hier eingeführt hat, womöglich noch in letzter Zeit, als sie schon zu Dutzenden herbeiströmten, um diese ‚literarische Quadrille‘ mitzumachen! Ich könnte wetten, daß es gerade diese Mimen gewesen sind, die alles mögliche Volk ohne Billetts eingeführt haben.“

„Das dürfte stimmen!“ bemerkte ich.

„Sehen Sie, schon müssen Sie mir recht geben. Und erinnern Sie sich doch nur, welch ein Ton hier in der letzten Zeit eingerissen war! Das war ja schon die richtige Gemeinheit, das war ja ein Skandal und Lärm, daß einem die Ohren davon weh taten! Und wer begünstigte das? Wer deckte das alles mit seiner Autorität? Wer hat hier alle irre gemacht? Wer hat hier alle Spießer erbittert? Sind doch in Ihrem Album alle hiesigen Familiengeheimnisse karikiert! Und haben nicht Sie, gerade Sie alle unsere Stegreifdichter und Karikaturisten verwöhnt, haben Sie sich nicht sogar von einem Lämschin die Hand küssen lassen? Und hat nicht in Ihrer Gegenwart der Seminarist einen Staatsrat beschimpfen dürfen und der Tochter des Staatsrats mit seinen Schmierstiefeln das Kleid abgetreten? Warum wundern Sie sich nun noch, daß das Publikum Ihnen jetzt nicht gerade freundlich gesinnt ist?“