„Was bedeutet diese Sprache, Lisa? Woher das plötzlich? Was soll das bedeuten: ‚Wir bleiben nicht lange zusammen‘? Das ist schon der zweite rätselhafte Ausspruch in dieser halben Stunde nach deinem Erwachen aus dem Schlaf.“

„Sie fangen an, meine rätselhaften Aussprüche zu zählen?“ fragte sie lachend. „Aber erinnern Sie sich, daß ich gestern, als ich eintrat, mich als eine Tote Ihnen vorstellte? Sehen Sie, das haben Sie für nötig befunden, zu vergessen. Zu vergessen oder zu überhören.“

„Ich erinnere mich nicht, Lisa. Warum als Tote? Man muß leben ...“

„Und Sie verstummen? Ihnen ist ja die Beredsamkeit ganz und gar abhanden gekommen. Ich habe meine Stunde auf der Welt zu Ende gelebt und nun ist es genug. Erinnern Sie sich noch Christophor Iwanowitschs?“

„Nein, ich erinnere mich nicht,“ – sein Gesicht verfinsterte sich.

„Nicht Christophor Iwanowitschs? – in Lausanne? Er verdroß Sie doch zu guter Letzt so entsetzlich. Wenn er kam, sagte er immer: ‚Ich komme nur auf einen Augenblick‘, und dann blieb er den ganzen Tag. Ich möchte es nicht wie Christophor Iwanowitsch machen und den ganzen Tag bleiben.“

Eine schmerzhafte Empfindung spiegelte sich in seinem Gesicht wider.

„Lisa, es tut mir weh um diese verzerrte Sprache. Diese Grimasse kostet dich selbst zu viel. Wozu das alles? Warum?“

Seine Augen brannten.

„Lisa,“ rief er aus, „ich schwöre es dir, ich liebe dich jetzt mehr als gestern, als du bei mir eintratest!“