„Was für ein sonderbares Geständnis! Was soll das jetzt, dieses Gestern und Heute, und wozu beides mit dem Maß messen?“

„Du verläßt mich nicht,“ fuhr er fast verzweifelt fort, „wir verreisen zusammen, heute noch! Nicht? Nicht?“

„Ah, pressen Sie meine Hand nicht so schmerzhaft! Wohin sollen wir denn heute noch reisen? Wieder irgendwohin, um ‚aufzuerstehen‘? Nein, genug der Versuche ... und das geht mir auch zu langsam; ich bin nicht fähig dazu. Das ist zu hoch für mich. Wenn wir reisen sollen, dann schon gleich nach Moskau und dort Visiten machen und selbst empfangen – das ist mein Ideal, wie Sie wissen, ich habe Ihnen schon in der Schweiz nicht verheimlicht, wie und wer ich bin. Da es uns aber unmöglich ist, nach Moskau zu reisen und dort Visiten zu machen, weil Sie verheiratet sind, so reden wir lieber gar nicht davon.“

„Lisa! Was war denn das gestern?“

„Es war das, was es war.“

„Das ist unmöglich! Das ist grausam!“

„Was tut’s denn, daß es grausam ist? Und wenn es grausam ist, so tragen Sie es doch!“

„Sie rächen sich an mir für die gestrige Phantasie ...“ sagte er halblaut, mit dem Versuch, boshaft zu lächeln.

Lisa flammte auf.

„Was für ein niedriger Gedanke!“