„Warum schenkten Sie mir dann ... ‚so viel Glück‘? Habe ich ein Recht, das zu erfahren?“

„Nein, Sie müssen sich schon irgendwie ohne Rechte behelfen; krönen Sie die Niedrigkeit Ihrer Vermutung nicht mit einer Dummheit. Heute wird es Ihnen nicht gelingen. Übrigens, fürchten Sie nicht gar die Meinung der Welt, und daß man Sie für dieses ‚so viel Glück‘ verurteilen wird? Oh, wenn es das ist, so beunruhigen Sie sich um Gottes willen nicht. Sie haben ja in diesem Fall nicht die geringste Veranlassung gegeben und sind niemandem Verantwortung schuldig. Als ich gestern Ihre Tür aufmachte, da wußten Sie nicht einmal, wer da eintrat. Es war eben nur meine Phantasie, um Ihren Ausdruck zu gebrauchen, und nichts weiter. Sie können allen dreist und siegesbewußt in die Augen blicken!“

„Deine Worte, dein Hohn, jetzt schon eine ganze Stunde, bringen die Kälte des Grauens über mich! Dieses ‚Glück‘, von dem du so gehässig sprichst, kostet mich ... alles. Kann ich dich denn jetzt verlieren? Ich schwöre dir, ich liebte dich gestern weniger. Warum nimmst du mir denn heute alles wieder? Weißt du auch, was sie mich kostet, diese neue Hoffnung? Ich habe sie mit dem Leben bezahlt!“

„Mit dem eigenen oder dem anderer?“

Stawrogin stand hastig auf.

„Was heißt das?“ fragte er und sah sie starr an.

„Bezahlen Sie mit Ihrem oder mit meinem Leben? Das war es, was ich damit fragen wollte. Oder haben Sie jetzt völlig aufgehört, zu verstehen?“ Das Blut schoß ihr ins Gesicht. „Warum sind Sie aufgesprungen? Warum starren Sie mich mit solch einem Ausdruck an?“ Lisa blickte ihm plötzlich angstvoll in die Augen. „Sie erschrecken mich ... Was fürchten Sie denn so? Ich habe es schon die ganze Zeit bemerkt, daß Sie etwas fürchten, gerade jetzt, in dieser Minute ... Mein Gott, wie blaß Sie werden!“

„Wenn du irgend etwas weißt, Lisa, ich schwöre dir, ich weiß nichts ... und habe soeben überhaupt nicht davon gesprochen, als ich sagte, daß ich es mit dem Leben bezahlt hätte ...“

„Ich verstehe Sie gar nicht,“ sagte sie ängstlich stockend.

Da erschien schließlich ein langsames, nachdenkliches Lächeln auf seinen Lippen. Er setzte sich still wieder hin, stützte die Ellenbogen auf die Knie und bedeckte das Gesicht mit den Händen.