„Ein böser Traum und Wahn ... Wir sprachen von zwei ganz verschiedenen Dingen.“
„Ich weiß nicht, wovon Sie gesprochen haben. Aber wußten Sie denn gestern wirklich nicht, daß ich Sie heute verlassen würde? Wußten Sie das wirklich nicht? Lügen Sie nicht! Sagen Sie, wußten Sie es oder wußten Sie es nicht?“
„Ich wußte es ...“ sagte er leise.
„Nun also, was wollen Sie dann noch: Sie wußten es und nahmen den ‚Augenblick‘. Wozu nun diese Abrechnungen?“
„Sage mir die ganze Wahrheit,“ rief er in tiefem Leid: „als du gestern meine Tür aufmachtest, wußtest du es selbst, daß du sie nur auf eine Stunde aufmachtest?“
Sie sah ihn mit Haß an.
„Es ist doch wahr, daß selbst der ernsteste Mensch die sonderbarsten Fragen stellen kann. Was beunruhigen Sie sich deswegen? Sollte es wirklich aus Eigenliebe geschehen, weil eine Frau Sie zuerst verläßt, und nicht Sie die Frau? Wissen Sie, Nicolai Wszewolodowitsch, ich merke unter anderem, seit ich bei Ihnen bin, daß Sie furchtbar großmütig zu mir sind, und gerade das kann ich von Ihnen nicht ertragen.“
Er erhob sich vom Platz und ging ein paar Schritte durchs Zimmer.
„Gut, mag das nun so enden ... Aber wie konnte das alles geschehen?“
„Auch eine Sorge! Und die Hauptsache – Sie wissen das ja selbst, so gut, als hätten Sie es an den Fingern abgezählt, wissen es besser, als alle auf der Welt, und rechneten sogar selbst damit! Ich bin eine höhere Tochter, mein Herz ist in der Oper erzogen, sehen Sie, das war die Ursache, das ist die ganze Lösung des Rätsels!“