„Was?! Wie, was haben Sie gesagt?“ rief Kirilloff bestürzt; bis er plötzlich begriff: „Ach so!“ und er brach in das heiterste und harmloseste Lachen aus; dabei nahm sein Gesicht auf einen Augenblick einen ganz kindlichen Ausdruck an, der ihm, wie mir schien, ungemein gut stand.
Liputin rieb sich die Hände vor Vergnügen über Stepan Trophimowitschs gelungene Bemerkung.
Ich aber fragte mich noch immer, warum Stepan Trophimowitsch ausgerufen hatte, „ich bin verloren“, als er Liputin kommen hörte.
V.
Wir waren alle aufgestanden. Es war jener Augenblick, in dem die Gäste und der Hausherr noch die letzten liebenswürdigen Worte zu wechseln pflegen, um dann zufrieden auseinander zu gehen.
Da bemerkte plötzlich Liputin, der bereits an der Türe stand, wie beiläufig: „Er ist ja nur deshalb so mürrisch, weil er mit dem Hauptmann Lebädkin den Streit gehabt hat. Der schlägt seine schöne Schwester, die Irrsinnige, jeden Morgen und jeden Abend mit der Nagaika, mit einer echten Kosakenpeitsche, sage ich Ihnen! Herr Kirilloff aber ist deswegen schon auf die andere Seite, in den Flügel des Hauses gezogen, um das nicht täglich anhören zu müssen. Na ja, – also auf Wiedersehen!“
„Die kranke Schwester? Die Irrsinnige? Mit der Nagaika?“ rief Stepan Trophimowitsch, als sei er selbst von einem Peitschenschlage getroffen worden. „Welch eine Schwester? Was für ein Lebädkin?“
„Lebädkin – na, dieser verabschiedete Hauptmann doch! Früher nannte er sich ‚Stabskapitän‘!“ antwortete Liputin, indem er noch einmal ins Zimmer zurücktrat.
„Ach, was geht mich sein Rang an! Welche Schwester? Mein Gott ... Sie sagen Lebädkin, aber – bei uns war doch auch ein Lebädkin!“
„Eben, eben, derselbe Lebädkin ist’s ja auch! Erinnern Sie sich noch, der damals bei Wirginski ...“