„Ermordet ist nur meine Frau, ihr Bruder Lebädkin und die Aufwärterin,“ sagte Stawrogin mit fester Stimme.
Lisa zuckte zusammen und erbleichte unheimlich.
„Ein ganz sonderbarer Zufall, Lisaweta Nicolajewna, der dümmste Fall von einem Raubmord,“ trommelte sofort wieder Pjotr Stepanowitsch los – „ein Räuber, der den Brand benutzen wollte: der Dummkopf Lebädkin hatte allzu offen sein Geld gezeigt ... das benutzte dann Fedjka, ein entsprungener Zuchthäusler – Sie werden von ihm gehört haben ... Ich bin sofort hierher geeilt ... ich war wie von einem Stein getroffen, wie Sie sich denken können, und Stawrogin war denn auch so erschüttert, als ich ihm das Geschehene mitteilte. Wir berieten uns gerade: ob man es Ihnen jetzt gleich sagen sollte oder noch nicht?“
„Nicolai Wszewolodowitsch, sagt er die Wahrheit?“ brachte Lisa kaum hörbar hervor.
„Nein, er sagt die Unwahrheit.“
„Wie, die Unwahrheit?“ fuhr Pjotr Stepanowitsch erschrocken auf. „Was soll denn das wieder heißen?“
„Mein Gott, ich verliere den Verstand!“ schrie Lisa auf.
„Bedenken Sie doch, daß der Mensch ja wahnsinnig ist!“ suchte Pjotr Stepanowitsch alles zu überschreien, „denn immerhin, es ist doch nun mal seine Frau, die man erschlagen hat! Sehen Sie doch, wie bleich er ist ... Er war doch die ganze Nacht mit Ihnen zusammen, hat Sie nicht auf eine Minute verlassen, da kann er es doch nicht getan haben, wer wird denn ihn verdächtigen?!“
„Nicolai Wszewolodowitsch, sagen Sie mir wie vor Gott, ob Sie schuld sind oder nicht, und ich schwöre Ihnen, ich werde Ihrem Wort glauben, wie dem Worte Gottes, und bis ans Ende der Welt werde ich Ihnen folgen, oh, ich folge! Ich folge wie ein Hündchen ...“
„Was quälen Sie sie, warum, wozu, Sie phantastischer Kopf!“ rief Pjotr Stepanowitsch wütend. „Lisaweta Nicolajewna, hören Sie mich an, Wort für Wort: er ist unschuldig, im Gegenteil, er ist wie vernichtet, er ist krank und phantasiert, Sie sehen es doch! In nichts, in nichts ist er schuldig! Das haben Raubmörder getan, denen man vielleicht schon morgen auf der Spur sein wird! Das hat Fedjka, der Zuchthäusler, getan, und noch einige aus der Spigulinschen Fabrik, die ganze Stadt spricht schon davon, deshalb bin ich ...“