„Aber wenn Sie wollen, so sind gerade Sie daran schuld.“
„Wieso ich?“
„Ja, gerade Sie. Erstens haben Sie selbst an dieser Intrige teilgenommen, und zweitens, die Hauptsache, Ihnen war befohlen, Lebädkin fortzuschicken, das Geld hatten Sie schon erhalten – was aber taten Sie? Wenn Sie ihn fortgeschickt hätten, wäre nichts passiert.“
„Was? Aber waren denn Sie es nicht selbst, der die Idee gab, daß es nicht übel wäre, wenn man ihn das Gedicht vorlesen ließe?“
„Eine Idee ist kein Befehl. Der Befehl war: abschicken!“
„Befehl! Ein etwas sonderbarer Ausdruck ... Nein, im Gegenteil, Sie befahlen ja gerade, das Abschicken aufzuschieben.“
„Sie haben sich getäuscht und nichts als Dummheit und Eigenmächtigkeit gezeigt. Der Mord aber ist Fedjkas Sache, und der hat ihn aus keinem anderen Grunde begangen, als dem, zu rauben. Sie hören bloß, daß man so redet, und schon glauben Sie alles aufs Wort! Haben ja einfach Angst bekommen! Stawrogin ist nicht so dumm, und der Beweis – er ist um zwölf Uhr mittags nach einer Aussprache mit dem Vizegouverneur fortgefahren: wenn etwas derartiges gewesen wäre, so hätte man ihn nicht am hellichten Tage nach Petersburg reisen lassen!“
„Aber wir behaupten ja gar nicht, daß Herr Stawrogin selber ermordet hat!“ versetzte Liputin bissig und schon ohne Zurückhaltung. „Er hat sogar überhaupt nichts davon wissen können, ganz so wie ich; Sie aber wissen nur zu gut, daß ich von nichts wußte, wenn ich auch gleichzeitig selber wie ein Schaf in den Kessel kroch!“
„Wen beschuldigen Sie denn?“ fragte Pjotr Stepanowitsch und sah ihn finster an.
„Ja, eben dieselben, die es nötig haben, Städte in Brand zu stecken.“