„Wie ... warum Stawrogin?“ Pjotr Stepanowitsch stockte gleichsam. „Nein –“ er faßte sich sofort wieder „– es ist Schatoff! Ich nehme an, Sie wissen alle, daß Schatoff seinerzeit auch zu uns gehörte. Ich muß gestehen, daß ich, der ich ihn von Personen, denen er vertraute, habe beobachten lassen, zu meinem Erstaunen erfahren mußte, daß ihm sogar die ganze weitere Einrichtung des Netzes kein Geheimnis ist, und daß er ... mit einem Wort – alles weiß. Um sich nun von der Beschuldigung der früheren Teilnahme zu befreien, will er jetzt alle anzeigen. Bis gestern schwankte er vielleicht noch und ich schonte ihn. Jetzt aber haben Sie ihm mit dieser Brandstiftung den letzten Stoß versetzt: jetzt ist er erschüttert, aufgebracht, entschlossen. Morgen werden wir alle verhaftet ... als Brandstifter und politische Verbrecher.“
„Ist das wahr? ... Wie kann Schatoff das wissen? ...“
Die Aufregung war unbeschreiblich.
„Es ist vollkommen wahr. Ich habe nicht das Recht, Ihnen die Wege, auf denen ich alles erfahren habe, mitzuteilen. Nur eines kann ich für Sie tun: durch einen Menschen kann ich auf Schatoff so weit einwirken, daß er, ohne Verdacht zu schöpfen, die Denunziation noch aufschiebt, aber nur auf vierundzwanzig Stunden – länger geht es nicht. Mehr tun – kann ich nicht. Und so können Sie sich noch bis übermorgen früh sicher fühlen.“
Alle schwiegen.
„Ja – kann man ihn denn nicht zum Teufel schicken!“ schrie da als erster Tolkatschenko.
„Hätte man schon längst tun sollen!“ rief Lämschin und schlug mit der Faust auf den Tisch.
„Aber wie?“ brummte Liputin.
Pjotr Stepanowitsch griff sofort diese Frage auf und setzte seinen Plan auseinander. Der bestand darin, Schatoff zur Abgabe der versteckten Setzmaschine an den einsamen Ort zu locken, wo sie vergraben war, morgen bei Anbruch der Nacht, und dann – „dort schon das Nötige zu erledigen“. Pjotr Stepanowitsch erging sich in vielen wesentlichen Einzelheiten, die ich jetzt übergehe, und setzte noch einmal umständlich das uns schon bekannte Verhältnis Schatoffs zur Zentrale auseinander.
„Das ist schon so,“ bemerkte Liputin etwas unsicher, „aber nun wieder ... ein neuer Fall von derselben Art ... ob das nicht doch zu auffallend sein wird ...“