Kirilloff kehrte sofort um: „Was soll das alles, Liputin? Das ist doch dumm. Und weshalb?“

„Aber wozu denn aus Bescheidenheit gerade die edelsten Regungen der Seele verheimlichen?! – das heißt, Ihrer Seele, selbstredend Ihrer Seele, ich spreche nicht von der meinen!“ antwortete Liputin.

„Wie das dumm ist ... und gar nicht nötig. Lebädkin ist ein ganz leerer Mensch und kommt für die Sache gar nicht in Betracht und schadet ihr nur. Warum schwatzen Sie so viel Überflüssiges? Ich gehe!“

„Ach, wie schade!“ rief da Liputin mit hellem Lächeln aus. „Sie gehen schon – sonst hätte ich Stepan Trophimowitsch noch mit einer kleinen Anekdote erfreut!“ Und zu diesem gewandt: „Bin sogar mit der Absicht hergekommen, sie Ihnen unbedingt zu erzählen. Doch Sie werden sie ja bestimmt schon gehört haben. Na, dann eben ein anderes Mal! Herr Kirilloff hat es ja so eilig ... Auf Wiedersehen also! Nein, hat aber Warwara Petrowna mich vorgestern belustigt! Sie schickte extra nach mir. Einfach zum Kranklachen war’s. Na, auf Wiedersehen, Wiedersehen!“

Aber schon hatte Stepan Trophimowitsch ihn plötzlich an den Schultern gepackt, zu sich herumgedreht und fest auf einen Stuhl gesetzt.

Liputin erschrak ordentlich.

„Ja, wie denn?“ fragte er und sah von seinem Stuhl aus ängstlich und verwundert zu Stepan Trophimowitsch empor. Doch faßte er sich schnell. „Ja, denken Sie sich, plötzlich ruft man mich und fragt mich im geheimen – was ich eigentlich von Nicolai Stawrogin denke: ob ich ihn für wahnsinnig halte oder nicht? Wie soll man da nicht staunen?“

„Sie sind verrückt geworden, Liputin!“ sagte Stepan Trophimowitsch. „Sie wissen nur zu gut, daß Sie gekommen sind, um mir irgendeine Gemeinheit zu sagen.“

Mir fiel sofort die Bemerkung Stepan Trophimowitschs ein, Liputin wisse nicht nur von unserer Sache, sondern wisse noch viel mehr, als wir je erfahren würden.

„Erlauben Sie, Stepan Trophimowitsch!“ stotterte Liputin, als ob jener ihn furchtbar erschreckt hätte. „Erlauben Sie ...“