„Also nichts vorbereitet.“
Sie zählte ihm das unbedingt Nötige auf, wirklich nur das Notwendigste.
Einiges fand sich auch bei Schatoff. Marie zog einen kleinen Schlüssel hervor und reichte ihn ihm, damit er in ihrer Reisetasche suche. Da aber seine Hände zitterten, so dauerte es etwas länger, bis er das ihm unbekannte Schloß aufgemacht hatte, worüber Marie wieder außer sich geriet, doch als nun Arina Prochorowna ihm helfen und schneller öffnen wollte, da erlaubte sie wieder unter keiner Bedingung, daß diese ihre Tasche anrühre, und bestand mit kindischem Geschrei und Weinen darauf, daß nur Schatoff allein sie öffne.
Nach anderen Sachen mußte er zu Kirilloff gehen. Kaum aber war er aus dem Zimmer, da rief ihn Marie auch schon wie rasend wieder zurück und beruhigte sich erst, nachdem Schatoff sofort wieder von der Treppe zurückgelaufen kam und ihr dann auseinandersetzte, daß er nur auf eine Minute und auch nur nach dem Notwendigsten fortgehen und sofort wieder da sein werde.
„Na, Sie zu befriedigen ist aber schwer,“ meinte Arina Prochorowna lachend, „bald muß man mit dem Gesicht zur Wand stehen und darf sich nicht mal umkehren, bald ist es wieder so nicht recht; und wenn man Ihretwegen auf einen Augenblick fortgehen muß, fangen Sie zu weinen an. Na, nun regen Sie sich aber nicht so auf, reiben Sie sich nicht die verweinten Augen, – ich lache doch nur.“
„Er darf sich nicht unterstehen, überhaupt etwas zu denken!“
„Tatata, wenn er nicht wie ein Bock in Sie verliebt wäre, würde er doch nicht die Hunde der ganzen Stadt zum Heulen bringen und wie verrückt durch die Straßen rennen! Bei mir hat er fast den Fensterrahmen herausgeschlagen.“
V.
Schatoff traf Kirilloff immer noch im Zimmer auf- und abgehend an, aber er war so zerstreut und mit sich beschäftigt, daß er die Ankunft von Schatoffs Frau einfach vergessen hatte, Schatoff selber jetzt zwar anhörte, doch ihn zuerst gar nicht verstand.
„Ach ja,“ erinnerte er sich dann plötzlich, und es war, als risse er sich nur mit großer Anstrengung und nur auf einen Augenblick von irgendeinem ihn beherrschenden Gedanken los, „ja ... die Frau ... Frau oder altes Weib? Warten Sie: und Frau, und altes Weib? Ich weiß schon. Ich war da. Die Alte wird kommen, nur nicht gleich. Nehmen Sie das Kissen. Was noch? Ja ... Warten Sie, kommt es bei Ihnen auch vor, Schatoff, daß Sie Minuten ewiger Harmonie haben?“