„Also alles in Ordnung und wir treten von unserem Vorhaben nicht zurück, das ist brav!“ sagte er mit beleidigend gönnerhaftem Lächeln. „Nun, und daß ich etwas spät gekommen bin,“ fügte er mit gemeiner Scherzhaftigkeit hinzu, „darüber hätten Sie sich doch nicht zu beklagen: habe Ihnen doch somit drei Stunden geschenkt.“

„Ich will von Ihnen gar keine überflüssigen Stunden geschenkt haben, und du kannst mir überhaupt nichts schenken ... Dummkopf!“

„Was?“ Pjotr Stepanowitsch fuhr schon auf, beherrschte sich aber sofort. „Das ist mir mal eine Empfindlichkeit! Ach so, wir sind wohl erzürnt?“ fragte er scharf, mit demselben beleidigenden Hochmut. „In so einem Augenblick ist Ruhe mehr am Platz. Am besten wäre es aber, sich für Kolumbus zu halten, und auf mich wie auf eine Maus, die einen überhaupt nicht beleidigen kann, herabzusehen. Das habe ich schon gestern anempfohlen.“

„Ich will nicht auf dich wie auf eine Maus sehen.“

„Was soll das, ein Kompliment? ... Hm, auch der Tee ist kalt – also alles drunter und drüber. Nein, das ist mir zu unzuverlässig. Ah! aber was sehe ich denn dort auf dem Fensterbrett?“ (er ging hin). „Wahrhaftig – ein Huhn mit Reis! ... Warum haben Sie mir das bis jetzt noch nicht angeboten? Wir befanden uns also in einer Gemütsverfassung, die sogar ein Huhn ...“

„Ich habe gegessen, und das ist nicht Ihre Sache. Schweigen Sie!“

„Oh, natürlich, und zudem ist das an sich ja auch ganz gleichgültig. Bloß mir ist es jetzt nicht gleichgültig: denken Sie sich, ich habe heute so gut wie gar nicht zu Mittag gespeist und darum, wenn jetzt dieses Huhn, wie ich annehme, nicht mehr nötig ist, – wie?“

„Essen Sie, wenn Sie können.“

„Ei, danke, und dann nachher noch Tee.“

Er setzte sich im Nu an den Tisch, am anderen Ende des Sofas, und machte sich mit ungewöhnlicher Gier ans Essen; doch gleichzeitig beobachtete er jeden Augenblick sein Opfer. Kirilloff sah ihm mit bösem Widerwillen regungslos zu, wie außerstande, seinen Blick von ihm loszureißen.