„Nein, das tue ich auf keinen Fall,“ lehnte Pjotr Stepanowitsch ab und ergriff wieder seinen Revolver. „Jetzt kann Ihnen ja aus Wut und Bosheit einfallen, alles aufzuschieben und morgen noch hinzugehen und zu denunzieren, um wieder Geld zu erhalten: dafür wird doch gut gezahlt. Hol’ Sie der Teufel, solche Leutchen wie Sie sind zu allem fähig! Nur beunruhigen Sie sich nicht, ich habe alles vorgesehen: ich werde nicht vorher fortgehen, als bis ich Ihnen mit diesem Revolver gleichfalls den Schädel geöffnet habe, wie dem Schufte Schatoff. Wenn Sie selbst zu feige werden und es aufschieben wollen! Hol’ Sie der Teufel!“

„Du willst wohl unbedingt auch mein Blut sehen?“

„Nicht aus Bosheit will ich es. Begreifen Sie doch, daß es mir persönlich ganz gleichgültig ist. Ich will es nur, um für unsere Sache ruhig sein zu können. Daß man sich auf einen Menschen nicht verlassen kann, sehen Sie doch selbst. Ich verstehe nichts davon, was Sie da ... – ich meine, warum Sie sich umbringen wollen. Nicht ich habe diese Phantasie für Sie ausgedacht, sondern Sie selbst, und mitgeteilt haben Sie Ihre Ideen zuerst nicht mir, sondern den anderen ausländischen Gliedern. Und vergessen Sie nicht, daß niemand es aus Ihnen herausgezogen hat, es kannte Sie ja auch niemand, sondern Sie selbst sind gekommen und haben Ihre Gedanken mitgeteilt – aus Sentimentalität wahrscheinlich. Wer ist aber jetzt daran schuld, wenn damals daraufhin ein Plan für gewisse Taten hier in der Stadt entworfen wurde, und die Hauptsache: mit Ihrer Einwilligung und auf Ihren Vorschlag hin (vergessen Sie das nicht: auf Ihren Vorschlag hin!). Schon deshalb denke ich, daß Sie die Sache jetzt nicht mehr im Stiche lassen dürfen. Sie haben sich so benommen, daß Sie schon zu viel wissen. Wenn Sie nun Furcht bekommen haben und morgen hingehen, um zu denunzieren, wird das für uns dann vorteilhaft sein, oder nicht, was meinen Sie? Nein, Sie haben sich verpflichtet, Sie haben Ihr Wort gegeben, haben Geld genommen. Das können Sie alles unmöglich leugnen ...“

Pjotr Stepanowitsch ereiferte sich mächtig, aber Kirilloff hörte ihm schon längst nicht mehr zu, sondern schritt wieder in Gedanken versunken auf und ab.

„Schatoff tut mir leid,“ sagte er endlich und blieb wieder vor Pjotr Stepanowitsch stehen.

„Aber mir tut er ja auch lei... –“

„Schweig, Schurke!“ brüllte Kirilloff wild auf und machte eine furchtbare und unzweideutige Bewegung. „Ich schlage dich tot!“

„Nun, nun, nun, schon gut, ich habe gelogen, ich gebe selber zu, es tut mir um ihn nicht ein bißchen leid; nun, schon gut!“ Pjotr Stepanowitsch war ängstlich aufgesprungen und hielt den Arm wie zum Schutz erhoben.

Kirilloff wandte sich plötzlich still von ihm ab und begann von neuem durch das Zimmer zu schreiten.

„Ich werde es nicht aufschieben, gerade jetzt will ich mich umbringen: alle sind solche Schurken!“