„Aber Sie sind doch nicht der einzige, der sich selbst tötet; es gibt viele Selbstmörder.“
„Mit einer Ursache – ja. Aber ganz ohne alle Ursache und nur für Eigenwillen – ich allein.“
„Wird sich nicht erschießen,“ zuckte es wieder durch Pjotr Stepanowitschs Gedanken.
„Wissen Sie was,“ bemerkte er geärgert, „ich würde an Ihrer Stelle, um Eigenwillen zu offenbaren, erst irgendeinen anderen, aber nicht mich selbst, umbringen. Könnten sich damit noch nützlich machen. Ich werde Ihnen sagen wen, wenn Sie nicht erschrecken. Dann brauchen Sie sich meinetwegen heute auch noch nicht zu erschießen. Man könnte sich besprechen.“
„Einen anderen töten würde gleich der allerniedrigste Punkt meines Eigenwillens sein, und hierin bist du ganz enthalten. Ich bin nicht du: ich will den höchsten Punkt und töte mich.“
„Glücklich mit eigenem Verstande darauf verfallen,“ brummte Pjotr Stepanowitsch boshaft.
„Ich bin verpflichtet, den Unglauben zu verkünden,“ sprach Kirilloff weiter, durch das Zimmer schreitend. „Für mich ist nichts höher, als die Idee – daß es Gott nicht gibt. Die ganze Geschichte der Menschheit spricht für mich. Der Mensch hat nichts anderes getan, als Gott sich ausdenken, um leben zu können, ohne sich totzuschlagen. Darin besteht die ganze Weltgeschichte bis auf den heutigen Tag. Ich allein in der ganzen Weltgeschichte habe zum erstenmal Gott mir nicht ausdenken wollen. Mag man das für immer erfahren.“
„Wird sich nicht erschießen,“ dachte Pjotr Stepanowitsch wieder beunruhigt.
„Wer soll es denn erfahren?“ versuchte er ihn zu hetzen. „Hier sind nur Sie und ich! Liputin etwa?“
„Alle sollen es erfahren; alle werden es erfahren ... Es gibt nichts in der Welt, was nicht einmal offenbar wird. Das hat Er gesagt.“