„Ein halber Rubel von Sie, Herr, der Weg ist schwer.“

„Und sonstig würde es man gar nich für uns angehen,“ meinte auch das Weibchen.

„Ein halber Rubel? Nun gut, ein halber Rubel. C’est encore mieux, j’ai en tout quarante roubles, mais ...“[217]

Der Mann hielt endlich das Pferdchen an und Stepan Trophimowitsch wurde mit vereinten Kräften in den Wagen gezogen und neben das Weib auf den Sack gesetzt. Der Wirbelsturm von Gedanken verließ ihn auch jetzt nicht. Zuweilen fühlte er selbst, daß er irgendwie ganz besonders zerstreut war und gar nicht an das dachte, woran er eigentlich denken sollte, und wunderte sich darüber. Diese Erkenntnis bedrückte ihn schwer in manchen Augenblicken und kränkte ihn sogar.

„Das ... was ist denn das da hinten eigentlich – eine Kuh?“ fragte er plötzlich das Weib.

„Ach du mein! hat denn der Herr noch keine Kuh gesehn?“ fragte das Weib lachend zurück.

„In der Stadt gekauft,“ bemerkte der Mann. „All unser Vieh ist im vergangenen Frühjahr krepiert. Pest. In unserer Gegend sind rundherum alle um die Ecke gegangen, kaum die Hälfte frißt noch weiter. Nichts zu machen. Schrei, wieviel du willst, es krepiert dir doch.“

„Ja, das kommt bei uns vor in Rußland ... und überhaupt wir Russen ... nun, ja, es kommt vor,“ meinte Stepan Trophimowitsch.

„Wenn Sie nu Lehrer sind, was suchen Sie dann in Hatoff? Oder geht’s noch weiter?“

„Ich ... das heißt, nicht gerade, daß ich irgendwohin weiter wollte ... C’est à dire,[218] ich will zu einem Kaufmann.“