„Ach, hab ich mich was gefreut, als ich den gnädigen Herrn sah, waren immer so gnädig zu mir,“ sagte Anissim mit gerührtem Lächeln. „Aber wohin fährt denn der gnädige Herr, und noch so ganz allein? ... Sind doch sonstig, glaub ich, nie so allein ausgefahren?“

Stepan Trophimowitsch sah ihn erschrocken an.

„Fährt der gnädige Herr nicht vielleicht gerade zu uns, nach Spassoff?“

„Ja ... ja, ich fahre nach Spassoff. Il me semble que tout le monde va à Spassoff ...“[230]

„Ach, und vielleicht gar zu Fjodor Matwejewitsch selber? Ach, wird der sich aber freuen! Hat doch immer den gnädigen Herrn so geliebt und spricht auch jetzt oft vom gnädigen Herrn ...“

„Ja, ja, auch zu Fjodor Matwejewitsch.“

„Das muß wohl sein. Das muß wohl sein. Hier die Männer, die wundern sich, sagen, daß man den gnädigen Herrn zu Fuß unterwegs ganz allein getroffen hat. Aber was! Dummes Volk bleibt doch immer dummes Volk!“

„Ich ... Ich ... Weißt du, Anissim, ich habe gewettet, wie die Engländer das zuweilen machen, daß ich zu Fuß so und so viele Werst gehen könne, und da bin ich nun ...“

Schweiß trat ihm an den Schläfen und auf der Stirn hervor.

„Muß wohl sein, muß wohl sein ...“ meinte ohrenspitzend Anissim und hörte mit wahrhaft unbarmherziger Neugier zu. Aber Stepan Trophimowitsch hielt dem nicht stand. Er verwirrte sich so, daß er schon aufstehen wollte, um aus dem Hause zu laufen. Da wurde aber der Samowar gebracht, und im selben Augenblick kehrte auch die Bibelfrau zurück. Wie ein Mensch, der sich an seinen Retter wendet, so bat Stepan Trophimowitsch jetzt schnell die Bibelfrau, mit ihm Tee zu trinken. Da trat Anissim zurück und ging bald darauf aus dem Zimmer.