„Sollte der Herr nicht vielleicht im oberen Stock sein?“ fragte Fomuschka vorsichtig.
Es war sonderbar, daß diesmal mehrere Dienstboten Warwara Petrowna in die „Hälfte des Herrn“ folgten, während die anderen im großen Saal warteten. Noch nie hatten sie es gewagt, so die Etikette zu überschreiten. Warwara Petrowna bemerkte es wohl, aber sie schwieg.
Man stieg in den oberen Stock. Dort waren nur drei Zimmer, doch in keinem einzigen fand man ihn.
„Ja, sollte der Herr nicht vielleicht dahin gegangen sein?“ fragte jemand und wies auf die Tür zur Dachkammertreppe.
Tatsächlich war diese sonst stets geschlossene kleine Tür zur Dachkammer diesmal offen. Eine schmale, lange und sehr steile Treppe führte hinauf.
„Dorthin gehe ich nicht! Aus welchem Grunde hätte er dorthin gehen sollen?“ fragte Warwara Petrowna, unheimlich erbleichend, und sah sich nach den Dienstboten um. Die sahen sie an und schwiegen. Dascha zitterte.
Dann stürzte Warwara Petrowna die Treppe hinauf. Dascha folgte ihr. Doch kaum hatte Warwara Petrowna in die Dachkammer hineingesehen, als sie aufschrie und bewußtlos hinfiel.
Der Bürger des Kantons Uri hing hier gleich hinter der kleinen Tür. Auf dem kleinen Tisch lag ein Stück Papier, auf dem mit Blei gekritzelt die Worte standen:
„Niemanden beschuldigen. Ich selbst.“
Auf demselben Tischchen lag ferner ein Hammer, ein Stück Seife und ein großer Nagel. Die starke seidene Schnur, mit der Nicolai Stawrogin sich erhängt hatte, war dick eingeseift. Alles wies auf volle Absicht hin und auf klares Bewußtsein bis zum letzten Augenblick.