Tichon sprach nicht schnell, gleichmäßig, mit einer weichen Stimme, und er sprach die Worte klar und deutlich aus.

„Vor vier Jahren bin ich überhaupt nicht in diesem Kloster gewesen,“ entgegnete Stawrogin in einem Ton, der an Grobheit grenzte; „nur als Knabe bin ich hier gewesen, als Sie noch gar nicht hier waren.“

„Vielleicht haben Sie es vergessen?“ bemerkte Tichon vorsichtig, doch ohne darauf zu bestehen.

„Nein, ich habe es nicht vergessen; und es wäre auch lächerlich, wenn ich mich dessen nicht mehr erinnern würde,“ bestand Stawrogin wiederum unverhältnismäßig heftig auf seiner Behauptung. „Sie haben vielleicht nur von mir gehört und sich dann irgendeine Vorstellung von mir gemacht, und so glauben Sie jetzt, daß Sie mich gesehen hätten.“

Tichon schwieg. Da bemerkte Stawrogin, daß es über sein Gesicht zuweilen wie ein Nervenzucken lief, ein Kennzeichen seiner Krankheit.

„Ich sehe nur, daß Sie heute nicht ganz wohl sind,“ sagte er, „ich glaube, ich tue besser, wenn ich fortgehe.“

Er erhob sich sogar vom Sofa.

„Ja, ich fühle seit gestern starke Schmerzen in den Füßen, und in der Nacht habe ich wenig geschlafen ...“

Tichon verstummte. Seinen Gast aber hatte die vorige Nachdenklichkeit schon von neuem und ganz plötzlich überfallen. Das Schweigen dauerte lange an, mehr als zwei Minuten.

„Sie haben mich vorhin beobachtet?“ fragte Stawrogin plötzlich erregt und mißtrauisch.