„Ich ... muß sie unbedingt sehen! Können Sie das nicht heute noch einrichten?“

Lisa tat mir furchtbar leid.

„Das ... das scheint mir ganz unmöglich. Wie ... sollte man –?“ Ich wollte ihr den Gedanken ausreden. Doch als ich sah, daß sie ganz verzweifelt war, sagte ich: „Ich könnte ja zu Schatoff gehen ...“

„Wenn Sie mir nicht helfen, dann werde ich morgen selbst zu ihr gehen. Allein. Denn Mawrikij Nicolajewitsch weigert sich, mich dorthin zu begleiten. Ich hoffe jetzt nur noch auf Sie, denn sonst habe ich ja niemanden. Mit Schatoff habe ich töricht gesprochen. Aber ich weiß, Sie sind ein Ehrenmann, und vielleicht mir ein wenig zugetan. Tun Sie es! Bitte, bitte!“

Da erfaßte mich der leidenschaftliche Wunsch, ihr in allem behilflich zu sein.

„Gut,“ sagte ich entschlossen, nachdem ich eine Weile überlegt hatte. „Ich werde noch heute selbst hingehen und den Versuch machen, sie zu sehen und zu sprechen. Unter allen Umständen. Ich werde Ihren Wunsch erfüllen. Ich gebe Ihnen mein Wort. Nur müssen Sie mir gestatten, vorher mit Schatoff darüber zu sprechen.“

„Ja, sagen Sie ihm, daß ich sie sehen muß! Daß ich nicht länger warten kann! Und sagen Sie ihm, daß ich ihn vorhin wirklich nicht zum besten gehabt habe. So etwas hat er wohl geglaubt. Deshalb scheint er ja fortgegangen zu sein. Seine Ehrlichkeit, sein Ehrgefühl war gekränkt. Ich habe ihm aber ganz gewiß nichts vorgespiegelt. Ich will wirklich das Buch herausgeben und eine Druckerei gründen ...“

„Ja, Schatoff ist der ehrlichste Mensch,“ beteuerte ich eifrig.

„Und wenn es Ihnen nicht gelingt, dann – dann gehe ich morgen selbst zu ihr. Einerlei, was daraus entsteht. Und wenn auch alle es erfahren!“

„Aber vor drei Uhr kann ich unmöglich bei Ihnen sein!“