„Ach, auch Sie wollen gehen? Nun, auf Wiedersehen,“ sagte sie freundlich. „Grüßen Sie Stepan Trophimowitsch von mir und reden Sie ihm doch zu, daß er so bald wie möglich zu mir komme. Mama kann sich leider nicht von Ihnen verabschieden ... Sie entschuldigen gewiß!“

Ich verabschiedete mich noch von Mawrikij Nicolajewitsch und ging hinaus. Als ich schon die Treppe hinabgegangen war, kam mir der Diener nachgelaufen.

„Das gnädige Fräulein lassen Sie sehr bitten, zurückzukommen.“

Als ich daraufhin wieder zurückging und eintrat, war Mawrikij Nicolajewitsch ganz allein im großen Salon. Lisa dagegen erwartete mich im anstoßenden kleineren Empfangszimmer, dessen Tür nur angelehnt war.

Bleich und augenscheinlich noch unentschlossen stand sie mitten im Zimmer und lächelte mir zu, als ich eintrat. Plötzlich ergriff sie meine Hand und zog mich schnell zum Fenster.

„Ich will sie sehen,“ flüsterte sie und sah mich mit heißem, starkem, ungeduldigem Blick an, der jeden Widerspruch unmöglich machte. „Ich muß sie mit meinen eigenen Augen sehen, und dazu brauche ich Ihre Hilfe.“

Sie schien wirklich außer sich und ganz verzweifelt zu sein.

„Wen wollen Sie sehen, Lisaweta Nicolajewna?“ fragte ich erschrocken.

„Diese Lebädkina, diese Lahme ... Es ist doch wahr, daß sie lahm ist?“

„Ich habe sie nie gesehen, aber ich hörte noch gestern, daß sie allerdings lahm sein soll,“ antwortete ich rasch und sprach gleichfalls so leise wie möglich.