„Wohin hast du denn das Kind getragen?“
„In den Teich hab ich’s getragen,“ seufzte sie.
Schatoff berührte mich wieder mit dem Ellenbogen.
„Aber was dann, wenn du das Kind überhaupt nicht gehabt hast und alles bei dir nur Phantasie ist?“
„Eine schwere Frage gibst du mir auf, Schatuschka,“ sagte sie grübelnd und ohne jegliche Verwunderung über die Frage. „Ich kann dir aber hierauf gar nichts sagen, vielleicht habe ich auch keines gehabt. Mir scheint, daß du nur aus Neugier so fragst; aber ich werde deshalb nicht aufhören, um mein Kind zu weinen, ich habe es doch nicht im Traum gesehen?“ Große Tränen erglänzten in ihren Augen. „Schatuschka, Schatuschka, ist es wahr, daß deine Frau von dir fortgelaufen ist?“ fragte sie plötzlich, legte ihm beide Hände auf die Schultern und blickte ihn mitleidig an. „Aber du ärgere dich nicht, mir ist ja dabei auch weh. Weißt du, Schatuschka, was für einen Traum ich gehabt habe – er kommt wieder zu mir und lockt mich: ‚Kätzchen,‘ sagte er, ‚mein Kätzchen, komm her zu mir!‘ Sieh, über das ‚Kätzchen‘ freute ich mich am meisten: er liebt mich, dachte ich.“
„Vielleicht kommt er auch bald in Wirklichkeit,“ murmelte Schatoff halblaut.
„Nein, Schatuschka, das ist schon ein Traum ... er kann nicht in Wirklichkeit kommen. Kennst du das Lied:
Ich brauche nicht Dein neues, hohes Schloß!
Hier in dieser Zelle will ich bleiben,
Leben und beten,