Beten zu Gott – für dich ...

Ach, Schatuschka, mein Liebling, warum fragst du mich denn nie etwas?“

„Du wirst ja doch nichts sagen, darum frage ich auch lieber gar nicht.“

„Nein, nein, ich sage nichts und wenn du mich auch totschlügest!“ beteuerte sie schnell. „Verbrenne mich lebendig, ich sage nichts! Und wie es auch schmerzte, nichts werde ich sagen, nichts werden die Menschen erfahren!“

„Nun, siehst du, jeder hat das Seine,“ sagte Schatoff noch leiser, und senkte noch tiefer den Kopf.

„Aber wenn du mich bätest, vielleicht würde ich es dir dann doch sagen ... vielleicht würde ich es dir dann doch sagen!“ flüsterte sie wie verzückt. „Warum bittest du mich nicht? Bitt’ mich, bitt’ mich ordentlich, Schatuschka, vielleicht werde ich’s dir dann sagen. Flehe mich an, Schatuschka, bitte und beschwöre mich, damit ich dann selbst einwillige ... Schatuschka, Schatuschka!“

Aber Schatuschka schwieg. Eine Minute lang schwiegen wir alle. Langsam flossen die Tränen über ihre gepuderten Wangen. Die Hände hielt sie immer noch auf seinen Schultern, sie hatte sie vergessen aber sie sah ihn nicht mehr an.

„Eh, was geht das mich an, wäre auch Sünde,“ sagte Schatoff plötzlich und erhob sich von der Bank. „Stehen Sie auf!“ Er zog ärgerlich die Bank fort und schob sie auf ihren Platz zurück:

„Damit er nichts merkt, wenn er kommt. Wir müssen jetzt gehen.“

„Ach, du sprichst wieder von meinem Diener!“ lachte Marja Timofejewna auf. „Hast Angst! Nun, dann lebt wohl, meine lieben Gäste, aber hör, nur noch einen Augenblick, was ich dir sagen will! Neulich kam dieser Nilytsch her, mit Filippoff, dem Hauswirt, dem Rotkopf, weißt du, gerade als meiner auf mich losschlug. Wie ihn der Hauswirt da packt und durchs Zimmer schleift, schreit er: ‚Bin nicht schuld, bin nicht schuld, muß für fremde Schulden dulden!‘ Glaubst du wohl, wir haben alle so darüber gelacht ...“