„Ja? Das wußte ich nicht. Ich muß gestehen, ich habe mit meiner Schwester noch so wenig gesprochen ... Aber wie, – ist er denn im Hause meiner Mutter empfangen worden?“ fragte ich bestürzt.

„O nein; er war ja nur entfernt bekannt, durch ein drittes Haus.“

„Ja, richtig, was war es doch, was meine Schwester mir von diesem Kinde sagte? War denn auch dieses Kind in Luga?“

„Eine Zeitlang.“

„Und wo ist es jetzt?“

„Unbedingt in Petersburg.“

„Nein, nie im Leben werde ich glauben,“ rief ich maßlos aufgebracht, „daß meine Mutter an dieser Geschichte mit der Lydia auch nur im geringsten beteiligt gewesen ist!“

„Die Rolle Werssiloffs in dieser ganzen Geschichte hat, wenn man von allen diesen Intrigen absieht, die zu erklären ich nicht versuchen will, eigentlich nichts besonders Tadelnswertes,“ bemerkte Wassin mit einem nachsichtigen Lächeln. Ich glaube, es wurde ihm schwer, mit mir zu sprechen, aber er ließ es sich nicht merken.

„Nie, nie werde ich es glauben, daß eine Frau ihren Mann einer anderen Frau abtreten könnte!“ rief ich wieder erregt, „niemals werde ich das glauben! ... Ich schwöre Ihnen, meine Mutter kann in dieser Geschichte nie und nimmer eine Rolle gespielt haben!“

„Allein, es scheint doch, daß sie nicht widersprochen hat?“