„Herr Stebelkoff ist an allem schuld,“ mischte ich mich plötzlich ins Gespräch. „Wenn er nicht dazwischengekommen wäre, wäre nichts geschehen. Er hat einfach Öl ins Feuer gegossen.“

Werssiloff ließ mich zu Ende sprechen, sah mich aber nicht an. Wassin runzelte die Stirn.

„Ich mache mir auch noch etwas anderes zum Vorwurf,“ fuhr Werssiloff fort, wieder in seiner langsamen Sprechweise. „Ich glaube, ich habe mir damals im Gespräch mit ihr eine gewisse Heiterkeit erlaubt, einen gewissen oberflächlichen, halb scherzhaften Ton – kurz, ich bin nicht genügend schroff, trocken und finster gewesen, – drei Eigenschaften, die, wie mir scheint, von der heutigen Jugend gleichfalls sehr hoch geschätzt werden. Mit einem Wort, ich gab ihr Veranlassung, mich für einen fahrenden Seladon zu halten.“

„Ganz im Gegenteil,“ mischte ich mich wieder lebhaft ein, „ihre Mutter sagte ausdrücklich, Sie hätten einen vorzüglichen Eindruck gemacht, und gerade durch Ihren Ernst, ja sogar durch Ihre Strenge und Ihre Aufrichtigkeit, – das sind ihre eigenen Worte. Die Verstorbene hat noch selbst nach Ihrem Fortgehen in diesem Sinne von Ihnen gesprochen und Ihr Verhalten gerühmt.“

„J–ja?“ fragte Werssiloff lässig und warf endlich einen flüchtigen Blick auf mich. „Nehmen Sie diesen Zettel an sich, er dürfte als Beweisstück notwendig sein,“ sagte er und reichte Wassin ein kleines Stückchen Papier. Der nahm es, doch da er bemerkte, daß ich neugierig hinsah, reichte er es mir zum Durchlesen. Es war ein Zettel, auf dem zwei ungleichmäßige Zeilen mit einem Bleistift gekritzelt waren, vielleicht in der Dunkelheit:

„Mamachen, Sie Liebe, verzeihen Sie mir, daß ich mein Lebensdebüt abgebrochen habe. Ihre Sie betrübende Olä.“

„Das wurde erst heute morgen gefunden,“ bemerkte Wassin zur Erklärung.

„Was für ein sonderbarer Abschiedsgruß!“ rief ich verwundert aus.

„Inwiefern sonderbar?“ fragte Wassin.

„Wie kann man nur in einem solchen Augenblick in humoristischen Ausdrücken schreiben?“