„Ich war heute beim Fürsten Ssergei Petrowitsch,“ stotterte ich, „und ich ... apropos, Lisa, du warst doch vorhin bei Darja Onissimowna?“
„Ja, ich war dort,“ sagte sie auffallend kurz und ohne den Kopf zu erheben. „Aber du gehst doch, denke ich, jeden Tag zum kranken Fürsten?“ fragte sie ganz unvermittelt und hastig, vielleicht nur, um etwas zu sagen.
„Ja, ich gehe allerdings zu ihm, nur komme ich nicht bei ihm an,“ versetzte ich lachend. „Ich trete ins Haus und biege nach links ab.“
„Der Fürst hat auch schon bemerkt, daß Sie sehr oft bei Katerina Nikolajewna vorsprechen. Er sprach noch gestern darüber und lachte,“ sagte Anna Andrejewna.
„Worüber? Worüber hat er gelacht?“
„Er scherzte nur wie gewöhnlich, Sie kennen ihn doch. Er sagte, im Gegenteil, daß eine junge und schöne Frau in einem jungen Mann von Ihrem Alter immer nur die Empfindung des Unwillens und Zornes hervorrufe ...“ Anna Andrejewna begann selbst zu lachen.
„Wirklich ... Nein, wissen Sie, diese Bemerkung ist sogar erstaunlich richtig!“ rief ich aus. „Bestimmt hat das nicht er gesagt, sondern Sie haben es ihm gesagt!“
„Wieso? Nein, das hat er gesagt.“
„Nun, aber wie, wenn diese schöne Frau dem jungen Mann ihre Aufmerksamkeit zuwendet, obwohl er noch gar nichts bedeutet, in der Ecke steht und sich ärgert, weil er noch kein ‚Erwachsener‘ ist, und sie ihn auf einmal der ganzen Schar der sie umgebenden Bewunderer vorzieht – was dann?“ fragte ich plötzlich herausfordernd und mit der kühnsten Miene.
Mein Herz begann zu klopfen.