Sie hatte diese ganze wilde Tirade mit großen offenen Augen angehört, sie sah, daß ich zitterte. Ein paarmal hatte sie mit einer reizenden furchtsamen Gebärde ihre kleine behandschuhte Hand erhoben, um mich aufzuhalten, aber jedesmal hatte sie ihre Hand verwundert und ängstlich wieder sinken lassen. Ein paarmal war sie sogar zurückgezuckt und weitergerückt. Zwei- oder dreimal war auch ihr Lächeln wieder erschienen; einmal wurde sie feuerrot, zum Schluß aber sah sie entschieden erschrocken aus und wurde immer bleicher. Kaum war ich verstummt, da streckte sie die Hand aus und sagte halblaut mit bittender, weicher Stimme:
„So dürfen Sie nicht sprechen ... so spricht man nicht ...“
Und plötzlich erhob sie sich von ihrem Platz und griff ohne Hast nach ihrem Schal und ihrem Zobelmuff.
„Sie gehen?“ rief ich.
„Ich fürchte mich wirklich vor Ihnen ... Sie mißbrauchen ...“ sagte sie zögernd, und ich glaubte, ein Bedauern und einen Vorwurf herauszuhören.
„Hören Sie mich an, – bei Gott, ich werde die Wand nicht einreißen!“
„Sie haben ja schon angefangen,“ konnte sie sich nicht enthalten zu sagen, und sie lächelte. „Ich weiß nicht einmal, ob Sie mich hinauslassen werden?“
Ich glaube, sie befürchtete wirklich, daß ich sie nicht hinauslassen würde.
„Ich werde Ihnen selbst die Tür aufmachen, es steht Ihnen frei, zu gehen. Aber Sie ... Ich habe einen großen Entschluß gefaßt; und wenn Sie mir Freude schenken wollen, so bleiben Sie noch, setzen Sie sich und lassen Sie mich Ihnen nur noch zwei Worte sagen. Aber wenn Sie’s nicht wollen, so gehen Sie, ich werde Ihnen selbst die Tür aufmachen!“
Sie sah mich an und setzte sich.