„Vor vier Tagen.“
„Nicht gestern?“
„Nein, gestern nicht.“
Er sah mich fragend an.
„Ich werde Ihnen vielleicht später einmal Näheres über diesen Besuch erzählen, jetzt aber möchte ich Sie nur darauf aufmerksam machen,“ sagte Wassin rätselhaft, „daß er sich, wie mir schien, in einem gewissermaßen unnormalen Gemüts- und sogar Geisteszustand befand. Übrigens ist noch jemand bei mir gewesen,“ sagte er plötzlich lächelnd, „soeben, kurz bevor Sie kamen, und auch bei diesem Besuch mußte ich auf einen nicht ganz normalen Zustand schließen.“
„War der Fürst soeben hier?“
„Nein, nicht der Fürst, ich rede jetzt nicht vom Fürsten. Bei mir war vorhin ... Andrei Petrowitsch Werssiloff und ... Wissen Sie nichts? Ist mit ihm nicht etwas Besonderes geschehen?“
„Vielleicht, es wäre möglich, – aber was ist mit ihm denn hier bei Ihnen geschehen?“ fragte ich gespannt.
„Eigentlich dürfte ich das nicht sagen ... Wir führen heute eine etwas sonderbare Unterhaltung, über lauter Geheimnisse,“ setzte er mit einem Lächeln hinzu. „Andrei Petrowitsch hat übrigens Verschwiegenheit von mir nicht ausdrücklich verlangt. Aber da Sie sein Sohn sind, und ich Ihre Gefühle für ihn kenne, so dürfte es diesmal sogar geboten sein, Sie davon in Kenntnis zu setzen. Stellen Sie sich vor, er kam zu mir, um mich zu fragen, ob ich, wenn er sich in den nächsten Tagen duellieren müßte, – ob ich dann sein Sekundant sein würde. Ich habe natürlich abgelehnt.“
Ich war maßlos verwundert. Diese Neuigkeit war die beunruhigendste von allen: es mußte etwas geschehen, ihm etwas widerfahren sein, wovon ich noch nichts wußte! Und plötzlich, im Augenblick, fiel es mir ein, daß Werssiloff gestern zu mir gesagt hatte: ‚Nicht ich werde zu dir kommen, wohl aber wirst du zu mir stürzen.‘ Ich fuhr schnell zum alten Fürsten Nikolai Iwanowitsch und fühlte nun noch mehr voraus, daß dort die Lösung des Rätsels zu finden war. Wassin dankte mir beim Abschied noch einmal.