Lukerja kam herbeigelaufen und brachte ein Glas Wasser für Lisa.
Mama kam bald wieder zu sich, sank auf das Sofa, bedeckte das Gesicht mit den Händen und weinte.
„Aber ... ja aber ... so lauf ihm doch nach!“ rief plötzlich Tatjana Pawlowna laut, wie wenn sie jetzt erst zur Besinnung käme. „So lauf doch, hol ihn ein, lauf, geh ihm nicht von der Seite, so geh doch, lauf, lauf ihm nach!“ und sie suchte mich mit Gewalt von Mama loszureißen. „Ach, dann laufe ich doch selber!“
„Arkascha, ja, ach, lauf ihm schnell nach!“ rief plötzlich auch Mama.
Da lief ich denn Hals über Kopf hinaus, gleichfalls durch die Küchentür und über den Hof; aber er war schon nicht mehr zu sehen. In der Ferne sah ich auf den Fußsteigen schwarze Gestalten gehen; ich lief ihnen nach und sah im Vorüberlaufen jedem ins Gesicht. So lief ich bis zur Straßenkreuzung.
„Über Irrsinnige ärgert man sich doch nicht,“ dachte ich flüchtig, „Tatjana Pawlowna aber wurde doch vor Ärger so wild auf ihn, – folglich ist er gar nicht irrsinnig ...“
Ich hatte das Gefühl, daß seine Tat dennoch ein Sinnbild gewesen war, und daß er unbedingt mit irgend etwas ein Ende habe machen wollen, ein Ende, wie mit diesem Heiligenbilde, und zwar so, daß wir es sähen, wir, Mama und Alle. Aber auch der „Doppelgänger“ war sicherlich neben ihm gewesen; daran war gewiß nicht zu zweifeln ...
III.
Er war aber nirgendwo zu sehen, und ich wußte nicht, wo ich ihn suchen sollte: daß er geradeswegs in seine Wohnung gegangen wäre, war kaum anzunehmen. Plötzlich kam mir ein Gedanke, und ich lief schnurstracks zu Anna Andrejewna.
Anna Andrejewna war schon zurückgekehrt, und ich wurde sogleich zu ihr gebeten. Ich nahm mich nach Möglichkeit zusammen, während ich hineinging. Ohne mich zu setzen, erzählte ich ihr, was vorgefallen war, also das von dem „Doppelgänger“. Niemals werde ich ihr jene gespannte, aber mitleidslos ruhige und selbstsichere Neugier, mit der sie mich gleichfalls stehend anhörte, vergessen oder gar verzeihen.