„Fürst Dolgoruki?“

„Nein, einfach Dolgoruki, gesetzlich der Sohn des ehemaligen Leibeigenen Makar Dolgoruki, und in Wirklichkeit der uneheliche Sohn meines früheren Gutsherrn Werssiloff. – Beunruhigen Sie sich nicht, meine Herren: ich sagte das durchaus nicht, damit Sie mir gleich um den Hals fallen und wir alle vor lauter Rührung wie die Kälber zu heulen anfangen!“

Schallendes, ungeniertestes Gelächter war die Antwort, so daß der im Nebenzimmer eingeschlafene Säugling aufwachte und mit schwachem Stimmchen zu schreien begann. Ich bebte vor Wut. Alle drückten sie Dergatschoff die Hand und entfernten sich, ohne mich überhaupt noch zu beachten.

„Gehen wir,“ sagte Krafft, und er berührte mich am Arm. Ich trat auf Dergatschoff zu und drückte ihm aus aller Kraft die Hand und schüttelte sie außerdem noch ein paarmal gleichfalls aus aller Kraft.

„Entschuldigen Sie, daß Kudrjumoff (so hieß der Rothaarige) Sie die ganze Zeit gekränkt hat,“ sagte Dergatschoff zu mir.

Ich folgte Krafft, der schon hinaustrat. Ich schämte mich nicht im geringsten.

VI.

Selbstverständlich ist zwischen dem Menschen, der ich damals war, und dem, der ich jetzt bin, ein unermeßlicher Unterschied.

Als ich hinaustrat, fuhr ich noch fort, ‚mich nicht im geringsten zu schämen‘, und holte auf der Treppe Wassin ein, während ich Krafft, der mich im Augenblick weniger interessierte, vorausgehen ließ. Und als wäre nichts vorgefallen, fragte ich Wassin mit der unbefangensten Miene der Welt:

„Ich glaube, Sie kennen meinen Vater, ich meine Werssiloff?“