„Ich weiß, ich weiß, Sie erkannten, daß es nicht das war, was Sie brauchen, aber ... was ist es denn, was Sie brauchen? Erklären Sie mir das noch einmal ...“

„Habe ich es Ihnen denn schon einmal erklärt? Was ich brauche? Ja ich – bin doch eine ganz gewöhnliche Frau; ich bin eine ruhige Frau, ich liebe ... ich liebe heitere Menschen.“

„Heitere?“

„Da sehen Sie, wie ich mit Ihnen nicht einmal zu sprechen verstehe. Ich glaube, wenn Sie mich weniger liebten, dann würde ich Sie lieben,“ sagte sie wieder mit einem schüchternen Lächeln.

In ihrer Antwort lag die vollkommenste Aufrichtigkeit, – sollte sie wirklich nicht gewußt haben, daß ihre Antwort die endgültigste Formel für ihr Verhältnis war, eine Formel, die alles erklärte und entschied? Oh, wie er das hätte verstehen müssen! Aber er sah sie an und lächelte sonderbar.

„Ist Bjoring ... ein heiterer Mensch?“ fuhr er fort zu fragen.

„Oh, er braucht Sie nicht im geringsten zu beunruhigen,“ antwortete sie mit einer gewissen Hast. „Ich heirate ihn nur deshalb, weil ein Leben mit ihm für mich am ruhigsten sein wird. Meine Seele behalte ich dann für mich.“

„Sie sollen ja, wie man hört, wieder Geschmack an der Gesellschaft, an der glänzenden Welt finden?“

„Nicht an der Gesellschaft. Ich weiß, daß in unserer Gesellschaft dieselbe Unordnung ist wie überall; aber ihre Formen sind wenigstens äußerlich gefällig, und deshalb ist es, wenn man schon ein Leben lebt, das nur ein Vorübergehen ist, doch besser, in ihr zu leben als sonstwo.“

„Ich höre neuerdings oft das Wort ‚Unordnung‘ gebrauchen. Sie sind damals wohl auch vor meiner Unordnung zurückgeschreckt, vor meinen Fesseln, meinen Ideen, meinen Torheiten?“