„Ich bin gekommen, weil ich Sie früher geliebt habe; und ich bitte Sie: drohen Sie mir nicht, bitte nicht, und mit nichts, wenigstens so lange nicht, wie wir jetzt beisammen sind, – erinnern Sie mich nicht an meine häßlichen Gedanken und Gefühle. Wenn Sie mit mir von etwas anderem sprechen könnten, wäre ich sehr froh. Mit den Drohungen kommen Sie meinetwegen später, hier aber lassen Sie uns von anderem sprechen ... Ich bin wirklich nur gekommen, um Sie einen Augenblick zu sehen und zu hören. Nun, und wenn Sie das nicht können, so töten Sie mich meinetwegen, aber – drohen Sie mir nicht und peinigen Sie sich nicht selbst vor meinen Augen!“ schloß sie und sah ihn in einer sonderbaren Erwartung an, ganz als hätte sie wirklich geglaubt, er könne sie töten.
Er erhob sich wieder von seinem Stuhl, sah sie mit heißem Blick an und sagte fest:
„Es wird Ihnen hier nicht das Geringste widerfahren.“
„Ach ja, Ihr Ehrenwort!“ sagte sie lächelnd.
„Nein, nicht nur deshalb, weil ich Ihnen im Brief mein Ehrenwort gegeben habe, sondern weil ich ... die ganze Nacht an Sie denken will und werde ...“
„Um sich selbst zu quälen?“
„Wenn ich allein bin, stelle ich mir immer – Sie vor. Immer! Ich tue nichts anderes als mit Ihnen sprechen! Ich ziehe mich in meine Höhlen, in meine Schlupfwinkel zurück – und sofort erscheinen Sie vor meinen Augen! Aber Sie lachen immer über mich, ganz wie jetzt ...“
Er sagte das wie außer sich.
„Niemals, niemals habe ich über Sie gelacht!“ rief sie erschüttert und wie in tiefstem Mitleiden, das im Ausdruck ihres Antlitzes deutlich sichtbar wurde. „Wenn ich gekommen bin, so habe ich doch alles getan, um es so zu machen, daß es für Sie unter keinen Umständen kränkend sein könnte,“ sagte sie plötzlich. „Ich bin hergekommen, um Ihnen zu sagen, daß ich Sie beinahe liebe ... Verzeihen Sie, ich habe mich vielleicht nicht so ausgedrückt,“ fügte sie schnell hinzu.
Er begann zu lachen.