„Mein Gott!“ rief ich erschrocken, hob ihn auf und legte ihn aufs Bett. „Schließlich werden Sie auch mir nicht mehr glauben, werden denken, daß auch ich zur Verschwörung gehöre? Ich werde hier niemandem erlauben, Ihnen auch nur ein Haar zu krümmen!“

„C’est-ça,[127] erlaub du nichts,“ lallte er und klammerte sich mit beiden Händen an meine Ellbogen, während er immer noch am ganzen Leibe zitterte. „Gib mich niemandem! Und belüge mich nicht ... wird man mich denn wirklich von hier fortführen? Höre, dieser Wirt – Ippolit, oder wie er da heißt ... ist er nicht der Doktor?“

„Was für ein Doktor?“

„Das hier ... ist das nicht eine Irrenanstalt hier, dieses Zimmer?“

In dem Augenblick öffnete sich plötzlich die Tür, und Anna Andrejewna trat herein. Wahrscheinlich hatte sie hinter der Tür gelauscht und in der Erregung die Tür etwas zu plötzlich geöffnet – der Fürst, der schon beim leisesten Geräusch zusammenfuhr, schrie zu Tode erschrocken auf und warf sich mit dem Gesicht aufs Kissen. Er bekam nun doch so etwas wie einen Anfall, der sich in heftigem Schluchzen entlud.

„Sehen Sie, das sind die Folgen Ihrer Taten,“ sagte ich zu ihr und wies auf den Alten.

„Nein, das sind die Folgen Ihrer Taten!“ erwiderte sie scharf und mit erhobener Stimme. „Zum letztenmal wende ich mich an Sie, Arkadi Makarowitsch: wollen Sie endlich diese teuflische Intrige gegen den schutzlosen alten Mann aufdecken und Ihre ‚sinnlosen und kindischen Liebesträume‘ opfern, um Ihre leibliche Schwester zu retten?“

„Ich werde Sie alle retten, aber nur so, wie ich es Ihnen vorhin gesagt habe! Ich werde sofort gehen, und vielleicht schon in einer Stunde wird Katerina Nikolajewna hier sein! Ich werde alle versöhnen, und alle werden glücklich sein!“ rief ich nahezu begeistert.

„Bring sie, bring sie mir her!“ rief der Fürst flehend und wie neu belebt. „Bringt mich zu ihr! Ich möchte Katjä sehen und sie segnen!“ rief er mit erhobenen Händen und versuchte vom Bett aufzustehen.

„Sehen Sie,“ sagte ich zu Anna Andrejewna und wies auf ihn, „jetzt haben Sie gehört, was er sagt: jetzt kann Ihnen auch kein Dokument mehr helfen!“